Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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z. A. 2. C. 109

Ungleichheiten des wahren Sonnenlaufs folgen sollten, würden äusserst zusammengeseztund ohne sichtbaren Nutzen seyn, wiewol man sie seit kurzem wirklich zu Stande ge-bracht hat. Man muste daher die Uhren so einrichten, daß sie einen gleichförmigenGang haben, und doch zur Rechnung des gemeinen Lebens nach Sonnentagen brauchbarsind, sich also nie zu sehr von der wahren Zeit entfernen. Ihre Abweichungen von der-selben müssen sich nicht anhäufen, sondern nach einer gewissen Periode aufheben, so daßdie Uhr alsdenn mit der wahren Zeit wider überein kömmt. Es ist natürlich, hiezu dasJahr anzunehmen, weil dts die Periode ist, in der alle Ungleichheiten des wahrenSonnenlaufs ihr Ende erreichen und von neuem anfangen. Die Uhren müssen alsogleichsam nach dem Lauf einer andern Sonne eingeriäM werden, die zwar ihre ganzeBahn mit der wahren Sonne in gleicher Zeit durchlauft, also genau in einem Jahr;aber mit gleichförmiger Bewegung, so daß alle Ctundenwinkel im ganzem Jahr in Zeitenbeschrieben werden, die diesen Winkeln proportional sind, mithin alleTage,". Stundenrc. genau gleich sind: mit einem Worte, diese Uhren müssen nach der mittlern Bewe-gung der Sonne eingerichtet seyn. Eine solche Zeit helft mittlere Sonnenzelt.

§. itr. Man wird sich nunmehr von diesen drey verschiednen Zeiten einendeutlichen Begrif machen können. Tage, Stunden, .Minuten, rc. der Stcrnzcit, dermittlern und wahren L>onnenzcit, sind die Zeiten, die ein Fixstern, oder die Sonnemit ihrer mittlern, oder mit ihrer wahren Bewegung gebraucht, einen Stundenwinkelvon 362", is°, rc. zu durchlaufen. Die mittlere Sonnenzelt ist in der Astronomieam gebräuchlichsten, und alle Tafeln sind nach ihr eingerichtet. Da nun die Beweaungder himmlischen Körper die große Uhr ist, mit der wir endlich alle Zeiten messen müssen,so kann man sich auch einen Himmels-Körper denken, dessen Bewegung die mittlereSonnenzelt bestimmt, und den man die eingebildete oder mittlere Sonne nennt. DerAeguator und alle seine Parallele drehn sich gleichförmig durch die Stundenkreise, abernicht die Ekliptik; d. h. cs acon in gleichen Zeiten gleiche Bogen der Nektaszcnsion, nichtaber der Lame, durch den Meridian. Damit also die mittlere Sonnenzelt gleichförmigsey, mus die eigne Bewegung der eingebildeten Sonne so angenommen werden, daß sienicht ihre Lange, sondern ihre Rcktaszension gleichförmig ändert, also in einem Jahresich durch den Aeguator mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt. Ihre Bewegungim Aeguator oder in der Rektaszension mus daher beständig der mittlern Bewegung derSonne in der Lrnge gleich seon, die oben izo.) ausführlich erklärt ist. Dis führtnun zur Vergleichung der Stcrnzcib und mittlern Sonnenzelt.

§. ie2.. Aus der Lange des tropischen Jahrs fanden wir (§. rzv.) die mittleretägliche Bewegung der Sonne — xch 8", z; und die stündliche — 2^27", 8. Hier entstehtnun zuerst die Frage, was dis für Tage und Stunden sind. Um sie zu entscheiden,darf man sich nur erinnern, wie die Lange des Jahrs gefunden ist (H. 127.). Die Sonnehatte 1882 Umläufe gemacht, in r88» Jnlicmschen Jahren weniger 14 Tage rc.; in einem Ju-lianschen Jahr aber macht die Sonne;6 i tägliche Umlaufe. Die hier gebrauchten Tagesind demnach bürgerliche Sonnentage, und da sie durcbs ganze Jahr gehn, so sind z6c solcheTage eben so vielen mittleren Sonnentagen gleich. Indem man nun hieraus die mittlereBewegung der Sonne durch die Division suchte, so wurden alle Tage, Stunden, rc.

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