IOT Sphar. Astron.
und während des grösten Theils des Jahrs unsichtbar. Wegen der eignen Bewegungder Sonne, fällt der Anfang eines solchen Scerntages bald bey Tage bald bey Nachtein: es würde daher, wenn man die Zeit danach zählen wollte, unzählige Verwirrn«,gen im bürgerlichen Leben anrichten, da fast alle Geschäfte desselben das Tageslichtersodern. Die Natur selbst scheint den Tag der Arbeit, der Ruhe die Nachtbestimmt zu haben. Das im gemeinen Leben übliche ZeicmaaS ist daher ein täglicherUmlauf der Sonne, ein bürgerlicher Tag, oder die Zeit von einem Durchgängeder Sonne durch einen gewissen Stundcn-Krcis bis zum nächsten. In den meisten Lau«dern nimt man zu diesem Srunden-'ssreise die nördliche Halste des Meridians an, so daßder Anfang und das Ende des bürgerlichen Tages in die Mitternacht fallt. Die Astro-nomen, die sich eben dieses Maaßes bedienen, fangen nach dem Beyspiel des Ptolem ausoder vielmehr Hipparchs, den Tag von der Kulmination der Sonne, oder von, Mittagean, und zahlen 24 Stunden in einem fort- In den 12 Vormittags-Stunden zählensie also einen Tag weniger als im gemeinen Leben: was hier z.B. der 2 Julius 8 UhrVormittags hcist, nennt der Astronom den r-Julius 20 Uhr-
tz. 149. Der bürgerliche Tag richtet sich also nach dem wahren Lauf derSonne: wenn der Mittelpunkt der Sonne im Meridian eines Orts ist, so hat mandaselbst Mittag oder 12 Uyr, rc. Die bürgerliche Zeit wird also eigentlich nach einerSonnen-Uhr gezahlt, und sie hat alle Unregelmäßigkeiten des wabrcn Sonnenlaufs,ja noch mehrere, wie sich bald zeigen wird. In der Astronomie nennt man diese un-gleichförmige Zeit, die durch den wahren Lauf der Sonne bestimmt wird, wahre oderscheinbare Zeit: es ist an einem Orte wahrer Mittag oder c> Uhr, wenn die Sonnekulminirt, es ist z Uhr oder 17 Uhr wahrer Zeit, wenn der Sonne wahrer Stundenwinkelwestlich oder östlich ist; denn man theilt auch hier die Zeit, worin die Sonne mit ihreraus der gemeinschaftlichen und eignen zusammengelesen Beweaung z62° durchläuft, in24 Stunden. Da nun die Sonne bald mehr bald weniger Zeit gebraucht, ihren täg-lichen Umlauf zu vollenden, oder zu demselben Stundenkreise zurück zu.kommen^ da fernerdie Sonne ihre Geschwindigkeit nicht blos im Mittage, sondern wahrend des ganzenTages ändert, folglich auch gleiche Stundenwinkel an demselben Tage in ungleichenZeiten durchläuft: so sind nicht allein die wahreissSonnenrage, sondern auch die Stundenwahrer Sonnenzeit ungleich. Man kann also eigentlich lischt wahre Sonnenstunden rc.sagen, weil sie keine bestimmte Größe haben, sondern sich beständig ändern; man be-dient sich aber doch dieses Ausdrucks auf folgende Art. Wenn man zwey auf einanderfolgende wahre Mittage vermittelst einer Mittagslinie oder der korrespondirenden Höhenbeobachtet, und die dazu gehörigen Zeiten einer guten Ubr bemerkt hat, so nimt man diewahre Bewegung der Sonne während dieses Tages gleichförmig an, theilt die Zeit derUhr zwischen beyden wahren Mittagen in 24 gleiche Theile, und nennt auch diese, wahreSonnenstunden, die aber mir für diesen Tag gelten.. Die 24 Stunden eines wahrenSonnentages sind auf diese Art zwar unter einander gleich,, allein, sie kommen mit denStunden eines andern Tages nicht überein.
§. i'2. Die Unaleichförmigkeit dieses Zeitmaaßes macht es zum wirklichenGebrauche sehr unbequem. Uhren, die immer wahre Sonnenzeit anzeigen, mitbin allen
Ungleich-