Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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3. A. 3. §. rrz

erst durch eine mühsame Rechnung gefunden werden: man hatte also bey dieser TheoriePunkte zum Grunde gelegt, die man selbst nicht kennt. Ueberdem verschwinden daselbstbeyde Theile der Zeitgleichung nicht; sie heben einander nur auf, und haben keinen be-stimmten Werth: man finge also die Rechnung mit ganz unbestimmten Zahlen an.Man muö daher einen andern Punkt suchen.

§. isy. Die Natur der Sache bringt es mit sich, diesen Punkt so anzunehmen,daß daselbst jeder Theil der Zeitgleichung für sich verschwindet. Der erste Theil (§.i;5.)ist der Unterschied der mittlern und wahren Lange, oder die Gleichung des Mittelpunkts(§. 14z. ): da nun diese blos in der Apsidenlinie verschwindet, so mnS auch jener Punkt indie Erdferne oder Erdnähe fallen. Der zweyte Theil ist der Unterschied der wahren Lange undwahren Rektaszension, oder die Reduktion auf den Acquaror t S. Berl. Taf. B.I, S. 26g. f.): da nun dieser Unterschied blos in den vier Quadranten der Ekliptik ver-schwindet (§.82.), so mus jener Punkt in einen Aequinoktial- oder Solstitial - Punkt,oder vielmehr in den Frühlingspunkt fallen, wenn nicht blos der auf den Aequator resduu'rte Ort, sondern die wahre Sonne selbst mit der mittlern Sonne zusammen treffensoll. Hieraus folgt, daß die bc» der Aeitgleichunq zum Grunde liegende Epoche derjenigeZeitpunkt ist, da die Apsidenlinie mit der Linie der Nachtglcichen, oder wenigstens derSonnenwenden zusammen fallt. Hieraus entftchu vier verschiedne Epochen, worunteraber diejenige die natürlichste und einfachste ist, da die Erdferne, von der die Anomaliegezahlt wird, mit dem Frühlingspunkt, von dem die Lange und Rektaszension gezahltwird, zusammenfallt. Aus der Bewegung der Sonnenferne, die wir unten kennen lernen(Th-H 88 .), und der Bewegung der Acquinoktialpunkte (§.94.) findet man, daß dienächste Epoche das Jahr 1282 war, da die Erdferne mit o D zusammen fiel; daß aberdie Erdferne mit O V zusammen fiel im Jahr z6zo vor der christlichen Zeitrechnung,oder im iv8z Jahr der Julianschen Periode. Diese entfernte Epoche ist es also, dieeigentlich bey der Theorie der Zeitgleichung zum Grunde liegt, wenn man die Cacheganz systematisch betrachten will.

§. iz8. Da die Zeitgleichung nichts anders ist, als der in Zeit verwandelteUnterschied der wahren und mittlern Rektaszension, so entsteht nun die Frage, nachwelchem Verhältnis diese Verwandlung geschehen müsse: „nd diese Frage ist desto inte-ressanter, da selbst grcß' Astronomen sich hier übereilt haben. Es versteht sich vonselbst, daß die Zeitgleichunq in Sonnenzeic ausgedrückt werden müsse, da sie der Unsterschicd zweyer Sonnenzelten ist. Aber nach welchem Verhältnis mus es geschehn?

Die wahre Zeit ist der westliche Stundenwinkel der So me, durch rs divi-dirt (§. 149.): es ist an jedem Orte wahrer Mittag, wenn die ovnne kulminirt; esist 12 Uhr oder Mitternacht, es ist 6 Uhr Abends, rc. wenn der wahre Stundenwinkelder Sonne ,80° oder yo° rc ist. Eben dis gilt von der mittlern Zeit, wenn man nurstatt der wahren Sonne die mittlere Sonne sezt: mittlere Zeit ist nichts anders, alsder durch dividirte westliche Stundenwinkel der eingebildeten Sonne, weil immer;6c> Grad 24 Stunden geben. Es mus also auch bevder Winkel Unterschied durchis dividirt werden, oder die Zeicgleichung ist der durch 15 dividirre Unterschied der

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