Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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Sphar. Astron.

wahren und mittlern Rekraszension. Nennt man die westlichen Stnndenwinkel derwahren und mittlern Sonne, und ihre Nektaszensionen, <>, (>', so ist die wahre

Zcit-^-, die mittlere - also die Zeitgleichung §-^--oder weilist, 8-^?-

Die Sache last sich auch auf folgende Art vorstellen. Man denke sich die wahreSonne in irgend einem Meridian und die mittlere Sonne in einem östlicheren Me-ridian L. Nun verschwindet die Zeitgleichung, wenn ^ und 6 zusammen fallen: siekann also nichts anders seyn, als die mittlere Sonnenzelt, die die mittlere Sonne ge-braucht von 6 nach ^ zu kommen, oder die wahre Sonnenzelt, die die wahre Sonneangewendet hat, von L nach ^ zu kommen. Bende Zeiten sind nicht gleich, werdenaber durch eine gleiche Zahl vo» Stunden, Minuten, rc ausgedrückt, weil der Ctun-denwinkcl von X nach L derselbe ist: man findet also die Zeitgleichung in Sonnenzeltausgedrückt, wenn man diesen Stnndenwinkel, d. i- den Unterschied der Nektaszensionendurch is dividirt. Freylich scheint es beym erste» Anblick, daß man Sternzeit lindnicht Sonnenzut erhalte, wenn man einen Bogen des Aequatvrs durch ic dividirt.Allein es ist hier kein bloßer Bogen des Aequators, der sich durch den Meridian schiebt,sondern er wird um den Bogen vermehrt, den die Sonne vermöae ihrer eignen Bewe-gung in dieser Zeit beschreibt. DwiUrt mau ihn also ohne kiese Vermehrung durch 15,so erhalt mau nicht Sternzeit sondern Sonnenzelt, eben sowol als wenn man ihn mitdieser Vermehrung nach dem Verhältnis von r Stunde für is'2'27"^" ,'u Zeit ver-wandelt ( §. 152.).

Hiemit fällt also auch die Bedenklichkeit weg, daß man wahre und nichtmittlere Zeit aebrauchen müsse: denn beydes gibt dieselbe Zahl von Sekunden. Ueber-dem bctraat der grosse Unterschied der wahren und mittlern Nektaszcnsion nur etwa 4°,welches 1^57", 4 mittlerer Zeit gibt (§. 1:2. : verwandelt mau aber diesen Bogen inwahre Sonnenzelt, so sind die beyden Gränzen lind 1^57", 5; daß also dieser

Unterschied von höchstens /s Sek. schon an sich »»merklich seyn würde.

H. icy. Alle astronomischen Tafeln sind nach mittlerer Zeit eingerichtet, undman hat kein Mittel, diese Zeit unmittelbar zu beobachten. Zwar brauchte man, wennman sich auf den Gang der Uhren vollkommen verlassen könnte, nur durch eine Beob.achtting den wahren Stnndenwinkel der Sonne, oder die wahre Z'it zu suchen, wor-aus man vermittelst der Z.italeichnng die mittlere Zeit findet. Stellte man dann dieU w nach dieser Zeit, so würde sie immerfort mittlere Zeit zeigen. Allein von dieserGenauigkeit sind unsre vollkommensten Uhren noch weit entfernt. Der Astronom istgenöthigt, den Gang der Uhr täglich durch Beobachtungen, d. i. durch wahre Zcit zuberichtiaeu. Hat man also iracnd eine Beobachtung aus den Tafeln für eine gewisseZeit berechnet, so ist dis mittlere Zeit, die man in wahre verwandeln mus, um dieeigent iche durch die Bcweaimg der Sonne aemessene Zeit zu haben, da jene Beobach«Mng erfolgt- Diese Verwandlung geschieht durch die Zeitgleichung,, die man nur aus

der.