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4. A. i. C.
Im ersten Falle wäre diese Ebne selbst der Horizont aller Erdbewohner: diePolhöhe, so wie die gröste und kleinste Höhe der Sterne, mäste auf der ganzen Erdegleich seyn : die auf der See >md jeder andern Flache noch so weit entfernten Gegenständekönnten dem Auge nicht cbr unsichtbar werden, als bis ihr Schewinkel unendlich kleinwird, und bis dahin mäste man den untersten Theil eines Gegenstands so deutlich sehnwie den öbersten. Diese Hypothese ward also durch die gemeinsten Erfahrungen überden Haufen geworfen.
Im zweyten Falle, wenn die Erdfläche aus mehreren Ebnen bestünde, derenNeigungswinkel eine endliche Größe hatten, mäste man, nachdem die Erde in somancherley Richtungen umreiset ist, zu solchen Winkeln gelangt seyn. Daselbst müstesich die Richtung der Schwere (§. 4.), die Lage der Horizontal-Ebne, die Polhöhe,die gröste und kleinste Höhe der Sterne, die Jahrszeit und das Klima, oc. nicht durchunmeckliche Stufen, sondern plötzlich und sehr merklich andern: ein Gegenstand müstedem Auge in geringer Entfernung plötzlich verschwinden, oc. Lauter Dinge, die denbekanntesten Erfahrungen widersprechen.
§. lyz. Es bleibt also nur der dritte Fall über, daß die Erde eine nachallen Seiten gekrümmte oder runde Oberfläche hat, welches auch durch folgende bekannteErfahrungen unwiderfprechlich bewiesen wird. In neuern Zeiten hat man die Erde inso manchen Richtungen umsegelt, und ist durch dieselbe Richtung, nach dem Orte vondem man aussegelte, wider zurückgekehrt, ohne je zu bemerken, daß die Horizontal-Ebne ihre Lage plötzlich andre Wenn man sich auf der Erde dem Pol nähert, soändern sich Polhöhe lind Mittagshöhe der Sterne gleichförmig, aber durch ganz un-merkliche Stufen, und nie plötzlich. Wenn man sich von einem Gegenstände auf einerFläche entfernt, so verschwinden dem Auge nach und nach die untern Theile bis )umhöchsten: man sieht auf der See noch die Spitze des Masts, wenn der viel großreKörper des Schiffs langst verschwunden ist. Alles dis beweist, daß die Oberfläche derErde ihre Richtung ununterbrochen aber nnmerklich andre, mithin gleichförmig gekrümmtsey Die Mondfinsternisse geben hievon einen noch sinnlichern Beweis. Es ist bekannt,das; sie durch den Erdschatten verursacht werden: da nun die Projektion dieses Schat-tens auf der Mondscheibe immer kreisförmig ist, obgleich die Erde sowol während einerMondfinsterüis, als in verscbiednen Finsternissen, allerley Lagen gegen die Sonne an-nimt, in^em ste in aanz verscbiedne Tageszeiten fallen, so folgt hieraus, daß die Erdenach jeder Richtung einen Cylinder- oder Kegel - förmigen Schatten wirft, daß sie alsoeine Kugel ist, oder sehr wenig davon abweicht. Da man bald nach Erfindung derFerncöhre, an allen übrigen Himmelskörpern, die uns nahe genug sind, und selbst andenen, die uns nach und nach alle Seiten zukehren, diese kreisförmige Gestalt wahr«nahm, so konnte man desto weniger an der Kugel-Gestalt der Erde zweifeln (H.
§. l94-
(*) Von der runden Gestalt der Erde hatten die alten Astronomen sehr richtige Begriffe. Ptole-maus beweist dieselbe daraus, daß die Mondfinsternisse an verschicdnen Ortcn zu verschicdnenZeilen erscheinen, wenn sie nicht unter einem Meridian liegen; und daß der Unterschied derZeilen der Entfernung derOener, wenn sie mit der Richtung der geographischen Langen über-
einkömt,