Band 
Dritter Theil. Physische Astronomie.
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Einleitung.

Unsre ganze Philosophie ist aus. jenen zwey mächtigen «Trieben entstanden, die derSchöpfer in unsre Scle legte: unsre Begriffe und Kenntnisse zu gcneralisircu, und vonjeder Wirkung die Ursache zu ergründen Beyde hat der Mensch gleich oft gemisbraucht,so wie alles was er aus den Handen der gütigen Natur erhielt, ohne doch ihre Absich-ten ganz vereiteln zu können. Der lezte Trieb führte zu den wichtigsten physikalischenEntdeckungen; aber aus dem MiSbrauche desselben, aus der Sucht, Wirkungen zu er-klären, ehr man sie gehörig kannte, entstanden jene unzähligen Systeme und Hypothesen,die den Fortschritt der Wissenschaften vielleicht mehr als irgend etwas aufgehalten haben.Ohne im geringsten partheyisch zu seyn, kann man sagen, daß die Astronomie sich auchhier weniger vorzuwerfen hat, als andre Wissenschaften. Astronomische Hypothesenwurden fast nie anders, als zur Erleichtruuq der Rechnung oder zur Leitung der Be-obachtungen gemacht: die ganze cheoristhe Astronomie war geendigt, ehr man an diephysische dachte, und diese entstand ihrem ganzen Umfange nach aus jener: man kanntedie Bewegungen der himmlischen Körper vollkommen, ehr man sie zu erklären unter-nahm , und nur diese genaue Kenntnis, nebst der dadurch entdeckten vollkommenen Ord-nung jener Bewegungen, zwang gleichsam die Astronomen, auf eine physische Erklärungzu denken. , -

Wenn der Philosoph den ganzen Schatz alter und neuer astronomischer Beobach-tungen, wovon die erstem Theile dieses Werks die Resultate liefern, durchgegangen ist;wenn er sich durch das Labyrinth der planctarischen Bewegungen endlich zur Erkenntnisder einfachen Einrichtung dieser großen Maschine durchgearbeitet hat, und nun sieht,daß alle diese so verwickelten, unter so verschiednen Gestalten uns erscheinenden Bewegun-gen nach einer allgemeinen und einfachen Regel verrichtet werden: so bleibt ihm nur nochein,Bedürfnis, das aber desto stärker seyn mus, da es die lezte Frage ist. Was istdie wirkende Ursache dieser einförmigen Bewegung? Welche Kraft zwingt jene unzähli-gen großen Körper, sämmtlich demselben Gesetze zu folgen, ohne sich je von den ihnenvorgeschriebenen Bahnen zu entfernen? Was ist die lezte Triebfeder, die das Räderwerkdieser Uyr in Bewegung sezt?

Nichts war natürlicher, als dieser Uebergang von der theorischen zur plwsi-scheu Astronomie. Ohne die Keplcrschc Theorie, die das einfache und allgemeine Gesetzder himmlischen Bewegungen entdeckte, wäre vielleicht die physische Astronomie nieentstanden: wenigstens kann man Kcplers Zeitalter als die Epoche des Ursprungesdieser W ssensch sst amehin Wie hätte man dran denken können, aus mathematischen undph>,fischen Gründen eine Ursache von Erscheinungen zu suchen, in denen man keinenbestimmten Zweck, keine mathematische Ordnung sah? Warum nicht lieber jene zwccklo-III. Theil. A sen.