L
Phys. Astroil.
sen, unordentlichen Bewegungen auf die Rechnung des bloße» Zufalls schreibe», dersie o lange fortdauern last, bis sie sich selbst zerstören? Es ist wahr, daß schon die griech.schen Philosophen fragen auswarfen, die hieher zu gehören scheinen; allein, ohne an einemaNxmatisä'e Theorie der mechanischen Gesetze zu denken, verirrten sie sich in einemLabyrinth metaphysischer Hypothesen, die eigentlich nichts mit der Physik zu thun hat-ten. Anstatt eine einfache bewegende Kraft zu suchen, überstiegen sie die Gramen, dienie ^inftrn Untersuchungen endlich setzen müssen, entwarfen Plane, nach denen dieWelt entstanden wäre, und suchten selbst in das Wesen der ersten Elemente oder Ato-me, aus denen sie zusammen gesezt s.yn solte, einzudringen. Eine gründlichere Philo-sophie und genauere Kenntnis vorn Weltgebaude verdrängte diese Traume, und baldnach Entdeckung des wahren Welt-Systems durch Koper> ik fing man an, über dasPhysische oder mechanische der himmlischen Bewegungen Untersuchungen anzustellen. Diephysische Astronomie ist eine der Wissenschaften, "die ihr Daseyn dem ersindungsrftchensiebzehnten Jahrhundert zu danke» haben, und dem menschlichen Geiste selbst die Ach-tung höherer Geister erwerben müssen. Durch sie sind die grossen Entdeckungen in derMechanik, und die ganze eigentliche Dynamik entstanden. Nie hat sich vielleicht der mensch-liche Verstand größer gezeigt, als da er die ersten wesentlichen Eigenschaften der Kör-per entwickelte; da er zur ersten Quelle aller der unendlich mannigfaltigen Bewegungenhinaufstieg, die uns die Natur darstellt; da er das Wesen jener geistigen Substanzenentrathsclle, die nach der ältern Meinung, jeden Planeten in seiner gekrümmten Bahnführen und in der gehörigen Entfernung von der Sonne halten; da er es wagte, sichnie gedachte, unsichtbare Wesen zu denken, und ohne sich in metaphysischen Grübeleye»über die Natur der Vräsie zu verlieren, sie gleich Körpern den genauesten mathemati-schen Messungen unterwarf, und die Gesetze ihrer Wirkungen in ein System brachte-,das den übrigen mathematischen Wissenschaften an Gründlichkeit und Vollständigkeitnichts nachgibt: mit einem Worte, da Newton seine glänzende Laufbahn betrat.
Es war zu mra't.'n, daß die ersten physischen Hypothesen so wenig Genügeleisten würden, als die ersten theoristhen, und daß man erst lange künsteln würde, ehrman z»r einfachsten Hypothese zurückkehrte; indes ging es hier unweit schneller als dort.Des Carres ist unstreitig der erste, der ein vollständiges System entwarf, um dasmechanische der himmlischen Bewegungen zu erklären; man vermißt aber in diesem Sy-stem gänzlich die Ei'nfacl-Heir. der die Natur sonst beständig zu folgen pflegt, und diegenaueren astronomischen Kenntnisse haben die Canesianisichcn Wirbel längst ver-drängt. Allein schon vkrschiedne Jahre vorher äusserte Keplcr über die physische Astro-nomie Gedanken, die denjenigen sehr nahe kommen, die noch i'ezt den Grund dieser gan-zen Wissenschaft ausmachen; und es scheint, daß mau die Verdienste nickt immer ge-nug erkennt, die sich dieser grosse Mann auch um diesen Tbcil der Sternkunde erwor-ben hat. In Verfolge dieses Werks wird man mehrere Stellen aus seinen Schriftenfinden, die einen Geist wie Newton sebr leicht zu jenen erhabnen Ideen fübren konn-ten Man kann in der Tbat, ohne ungerecht zu ieon, Keplern Newtons Lehrer nennen,nicht allein weil die'er seine eau;e Tbeorie als eine nnmitte'bare ssolge aus den Kepler-schcn Gesetzen herleitete, und sie sich ohne diese gar nicht denken last, sondern auch we,
gen