Band 
Dritter Theil. Physische Astronomie.
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Phys. Astren.

die Geschwindigkeit und Richtung des Körpers dem vereinigten Gesetze der Trägheit undKontinuität folgt: darauf eben beruhen alle mechanischen Grundsätze und Elementar«Formeln für die beschleunigte Bewegung.

§. 4. Vermittelst dieser Darstellung wird man sich die verschiednen Gattungender Kräfte am deutlichsten erklären können. Die unzähligen Stöße, aus denen eine Kraftbesteht, sind entweder alle gleich stark, oder sie werden starker und schwacher: und so enl-stehn beständige und veränderliche Kräfte. Auch nach den Richtungen dieser Stößelassen sich die Kräfte in mancherley Gattungen eintheilen, wovon die wichtigste diejeni-gen Kräfte unter, sich begreift, deren Richtung immer nach einem Punkt geht, den man denLlmrelpunkc der Kräfte nennt- Diese Ceneralkräftc sind der Grund der ganzen physischenAstronomie, und es ist durchaus nothwendig/sich von ihnen einen vollkommen deutlichen Begrifzu machen. Unstreitig war es die Schwere oder der Druck und Fall schwerer Körper, waszuerst zur Kenntnis dieser neuen Kräfte führte. Wenn wir sehen, daß alle Körper anjedem Orte der Erde, ssbald sie nicht aufgehalten werden, den nächsten Weg zur Erd-striche durchlaufen, also senkrecht auf die Erdfläche herabfallen; wenn wir den Druckfühlest, den sie auf unsre ihnen widerstehende Hand nach dieser Richtung änssern, unduns dabey die Erde als eine Kugel denken: so begreifen wir, daß alle Richtungen fal^lendcr Körper sich im Mittelpunkt der Erde begegnen, daß also die Schwere eine Kraftist, die beständig an jedem Orte nach dem Mittelpunkt der Erde gerichtet ist, d. h.eine Centralkraft. Diese Kraft ist ein Phänomen, dessen physische Erklärung wahr-scheinlich von geringem Nutzen seyn würde. Genug, wir wissen, es gibt eine Kraft, diealle Körper ohne Unterschied nach dem Erd-Mittelpunkt treibt, gleich viel ob stoße oderziehe. Jeder »nag unter beyden Vorstellungsartcn diejenige wählen, die ihm die deut-lichste scheint; beyde aber, Zug oder Stoß, sind keine Erklärungen, sondern der Kürzewegen gewählte Ausdrücke. Statt sich in unnütze Grnbcleyen über die eigentliche Be-schaffenheit, oder den Grund dieser Kraft einzulassen, statt eine neue Kraft, einen neuenStoß zu erdenken, der das Phänomen der Centralkraft hervorbringt, thut man wolbesser, den Gesetzen nachzuspüren, nach denen sie wirkt, um dieselben anwenden zu kön-nen, wenn sich vielleicht noch andre Centralkräfte in der Natur finden sollten.

§. 5. Wenn es erlaubt ist, sich die Centralkraft, zu mehrerer. Deutlichkeit,als eine Anziehung vorzustellen, so wird der anziehende Körper oder der Mittelpunktder Kräfte, und der angezogene Körper das seyn, was man in der eigentlichen MechanikDrafr und Last nennt: bey der Schwere z. B- ist dann der fallende Körper dieLast, die Erde oder ihr Mittelpunkt die Kraft. Hier zeigt sich aber eine sehr große Ver-schiedenheit der Kräfte,''oder vielmehr Zweydeutigkeit des Worts 2>rasr. Die meistenuns bekannten Kräfte haben ihre bestimmte Größe; die Wirkung, die sie aussern, kannein bestimmtes Maas nicht überschreiten. Daraus folgt dann natürlich, daß eine größreLast, eine größre Masse von ihnen langsamer bewegt wird, als die geringere. Uni alsodie der Last mitgetheilte Geschwindigkeit oder ihre Beschleunigung zu kennen, mnsman nicht allein die Kraft, sondern auch die Last oder ihre Masse kennen. Um dieseMasse mit einer gewissen Geschwindigkeit fortzubringen, mus jeder, auch der geringste

ihrer