12 Phys. Astroll.
H. 8. Es ist vielleicht unmöglich, daß es der scharfsinnigsten Metaphysik je ge-lingen wird, den Begris Ixraft vollkommen zu analysiren. 26 o unsre Begriffe vonKräften stehn blieben, das ist eigentlich nur eine unmittelbare Wirkung derselben, einfühlbarer Druck, oder eine sichtbare Bewegung: und wir haben gesehn/wie diese Wirkungdient, die Kräfte mit einander zu vergleichen oder zumessen. Mein auch diese Wirkunghat noch etwas unbestimmtes, und eben daher entsteht die Bieldeutigkeit des Worts2 >rafr. Indem man die .kraft von der Last unterscheidet, stellt man sich doch die Kraftals die Eigenschaft einer von der Last verschiednen Substanz vor: man denkt sich z. B.die Kraft der Schwere als eine der Erde wesentliche Eigenschaft, welche die Erde be-sitzen wurde, wenngleich keine schweren Körper ausser ihr vorhanden waren, auf die sie sichäuffern könnte. Man denkt sieb also die Kraft als etwas von ihrer "Wirkung, von demDruck, oder der Bewegung die sie hervorbringt, ganz verschiedncs. Diese abstrakte Kraft,die man sich ohne Beziehung auf irgend einen andern Körper denkt", ist ein bloßer me-taphysischer Beoris, der aber bcn den mathematischen immer stillschweigend zum Grun-de gelegt wird. Man könnte die bestimmte Größe dieser Kraft die absoluce Kraft nen.neu; da sie aber nicht in die Sinne fallt, folglich nicht gemessen werden kann, so istsie kein Gegenstand der Mathematik. WaS bey den Kräften gemessen werden kann,sind ihre sinnlichen Wirkungen, und diese setzen andre Körper ausser ihnen voraus: derZusammenhang zwischen der Kraft und Last macht die V.'rglcichunq und Messung mög-lich. Nein welche Wirkung ist hiezu die bequemste, und wie soll diese Wirkung selbstgemessen werden? Wir haben gesehn, wie es vermittelst des Raums geschieht, durchden die Körper in einer gewissen Zeit, B. einer Sekunde, getrieben werden, d. i.durch die Beschleunigung; allein diS ist noch nicht bestimmt genne. Zwar ist bey Ceu-tralkräften diese Beschleunigung von der Größe der bewegten Masse unabhängig; eslast sich aber leicht voraus sehn, daß sie in großem Entfernungen vom Centralkörperoder vom eigentlichen Sitze der Kraft, so wie alle Wirkungen, die sich durch einenspharischen Raum ausbreiten, abnehmen werde: die besichlciiuiIende Größe der Censtralkrafte sezt daher eine bestimmte Entfernung voni Mittelpunkt voraus. Bei' andernKräften hangt die Beschleunigung von der bewegten Masse ab (§. M, ist also einevöllig unbestimmte Wirkung. Wenn man die absolute Größe eiucr solchen bestimmtenmechanischen Kraft k nennt, die bewegte Masse ^, lind die beschleunigende Kraft, die
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also bloß für diese Masse gilt, so ist n —p, welchem Ausdruck voran-
derlich, k aber eine beständige Größe ist. Nennt man ferner die Beschleunigung, oderden Raum durch den in einer Sekunde von k getrieben wird, k>, den Raum aber,durch den und jeder andre schwere Körper von der Schwere getrieben wird, g, und
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sezt die beschleunigende Kraft der Schwere — i, so ist p: i — n.- § (H. 7.), also 6 - pZ
und ?Vlhk § eine beständige Größe, weil k und ^ beständig sind. Dieses beständigeProdukt lVl d ist eine Wirkung der Kraft k, wodurch diese vollkommen bestimmt wird, weil
k — ^ Sie ^ „jchs allein dem durchlaufenen Raum k», sondern auch der durch
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