Zweites Kapitel.
LUe AljMpMnLenwelt.
Die Alpenweiden. — Die Baumgrenzen in den verschiedenen Teilen der Alpen undihr Zurückweichen nach der Tiefe. — Die Wettertannen und ihr Alter. — Ricsen-fichten. — Lärchen und Aiven. — Zur Naturgeschichte der Mpenzedett. — DieZwerg- und Krüppelformen. — Die Legföhren. — Charakter der alpinen Blüten-pflanzen. — Ihre Pracht und Fülle. — Die Alpenrosen. — Berühmte Futter-kräuter. — Verschiedene Erhebung der Kulturgcwächse in der Alpenregion. —Vergleichung mit den Anden und dem Himälaya.
Wo die blaue EnzianeMit dem BergvergißmeinnichtAuf dem grauen FelsenzahneFn geheimen Lauten spricht.
Wo aus dunklem Blättergrün —Flammen gleich im Fichtenwalde —An des Grales schroffer HaldeTausend Alpenrosen glühnKlopft das Herz so frei, so kühn.
Treten wir den organischen Gebilden unseres Hohengebietes näher, soerscheint uns dasselbe überall in dem Reize des alpinen Charakters. TiePflanzendecke, obwohl aus viel weniger Arten zusammengesetzt als im Thale und in der Bergregion, hat an Freundlichkeit, Farbenfrische und Fülle dochnichts eingebüßt. Tie neuen Pslanzcngruppen, die an die Stelle der Kinderder Ebene treten, wiegen den Mangel an Arten durch Schönheit, Tust, Eigen-tümlichkeit und saftiges Kolorit auf.
Hier ist die Region jener herrlichen Hochweidcn, jener kürzhalmigen,saftgrünen, blumigen, kräuterreichen Alpcntriften, in denen taufende vonHerden ihre Sommerwohnung aufschlagen, jener sonnigen Grashänge, die imSennengejodel und Glockengeläute widerklingen, wo die Gemse mit denZiegen geht, das weidende Murmeltier die Schnechuhnpärchen aufscheuchtund der Alpenhase vom Lämmergeier in die Lüfte entführt wird.
Aber neben den duftigen Alpenweiden dehnen sich unendliche Geröllhaldcnund Karrenfelder aus; über und unter ihnen türmen sich tausend Fuß hohe