Band 
Erster Band.
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fläche ausfülltnirgends von Mandeville, Conti, MarcoPolo, oder einem anderen Reisenden des Mittelaltersdie Rede ist, welche die Gröfsenausdehnung der Reicheim östlichen Asien in so hohem Grade übertrieben hat-ten. Alles, was man über diesen Punkt in den unzäh-ligen Geschichtswerken über die Entdeckung von Ame­ rika wicdcrholcnllich ausgesprochen hat, ist geradehin inWiderspruch mit den Urkunden, welche auf uns ge-kommen sind: das Jahrhundert, welchem der Ruhmdes Cohunbus angehürt, schöpfte viel mehr aus denQuellen der klassischen Gelehrsamkeit und den aus demAlterthum fortgepflanzlen Ansichten, als aus den Entdek-kungen der Zeitgenossen. Columbus mufste sich, trotzder durchaus praktischen Richtung seines Geistes, mit Be-weisgründen waffnen, welche geeignet waren, den Plänen,über die er mit seinen Gegnern, den Professoren in Sa-lamanca, zu streiten hatte, Eingang zu verschaffen. Erstützt sich auf die Gewährleistung des Alfragan, nachdem ein Grad nur 56-| Meilen beträgt; aber er er-wähnt nicht einmal jenen Brief des Toscanelli, durchwelchen er die Namen '/jeilun, Quinsay, Calay undMango erfuhr, die, aus dem Reisebericht des Marco Polo entlehnt, so häufig, obwohl stets sehr verkehrt, in sei-nen Reisetagebüchern und Briefen an die katholischenMonarchen von ihm gebraucht worden sind. Toscanellihätte in um so höheren Grade Erwähnung verdient, daer mit einer merkwürdigen Zuversicht die Anzahl derespacios zwischen Lissabon und Ouinsay angegeben hatte;jedoch ist, nach den auf uns gekommenen Zahlcnan-gaben, die Reduktion der espacios auf italiänische Mei-len unmöglich. (S. oben die Anmerkung F.) In demBriefe aus dem Jahre 1474 ist der espacio einmal zu150 Meilen berechnet, ein anderes Mal zu 22j leguas.so dafs eine hgua 6-J Meilen betragen würde, statt 4,wie Columbus entschieden in dem Tagebuche seinerersten Reise annimmt. (Navarrele. Tom. I, p. 3.)