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Vermuthungcn zwischen die Küslen Iberien’s und desöstlichen Asiens unter dein Parallel von Rhodus dahinverlegte, wo die Alte Welt die gröfste Ausdehnung, d. h.die gröfste Breite darbictet. Er starb, ohne das zu ken-nen, was er erreicht hatte, und in der festen Ueberzcu-gung, dafs die Küste von Vcragua einen Theil von Ca-thai und der Provinz Mango ausraache *), dafs die gro-fse Insel Kuba ein Festland sei, welches im Anfängevon Indien liege**), und dafs man von dort aus nachSpanien gelangen könne, ohne Meere durchfahren zumüssen (mithin auf dein Wege von Osten nach We-sten).
Columbus suchte, indem er ein durchaus unbe-kanntes Meer durchlief und die Richtung seines We-ges aus den Sternen mit Hülfe des Astrolabiums er-forschte, das erst kurz zuvor erfunden worden war, Asien auf dem Wege gen Westen nach einem fest beschlos-senen Plan, nicht als ein Abenteurer, welcher sich nach
*) Brief des Coltimbtis, datirt aus Jamaica vom 7. Julius 1503,sechzehn Monate vor seiner Rückkehr nach Spanien . Von dieser Rück«kehr an bis zu seinem Tode, der am 20. Mai 1506 erfolgte, hat Co-lurnbus keine weiteren Seefahrten unternommen, und nichts vermochtein ihm eine Armierung seiner Meinung über die Beschaffenheit seinerKntdeckung hervorzumfeu.
**) FVmando Percz de Luna, escribano publico de la cibdad Isa-bel a (auf Haiti ), erhielt am 12. Junius 1491 von dem Admiral den Be-fehl, sich an Bord der drei zu der zweiten Entdeckungsreise benutztenCaravelen zu begeben und jeden Mann der Schiffsmannschaft vor Zeu-gen zu befrageu, ob ihm der geringste Zweifel darüber übrig bleibe, quecsla tierra (de Juana b Cuba) no fuese la tierra firme al comicnzode las Indias y fin , d guten en estas partes quisiere venir de Espahapor tierra. Der escribano erklärte überdies, dafs man, wenn irgendeine Ungewißheit bei der Schiffsmannschaft zurückbliebe, sich verpflich-tete de guilarles la dubda y de hacerles ver que esto es cierto yques la tierra firme. Diese überaus merkwürdige Stelle, auf die ichspäterhin abermals zurückkommen werde, ist aus einer in den Archivenvon Sevilla aufbewahrten Urkunde entlehnt. ( Savarrete , Documcn-tos , nr. 76, Tora. II, p. 145.)
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