ter der grofscn Männer besteht aus einer Zusammenset-zung der mächtigen Individualität, mit der sie sich überihre Zeitgenossen erheben, und des allgemeinen Geistesihres Jahrhunderts, welcher in ihnen gleichsam verkör-pert ist, und auf den sie zurür.kwirken. Ihr Ruf brauchteine Zergliederung nicht zu fürchten, die man mit dem-jenigen vornimmt, was ihnen eine besondere und ent-schiedene Physiognomie und gewisse unverwischbare Zügeertheilt. Wir wollen keinesweges untersuchen, was anColumbus am meisten zu bewundern ist, die fast instinkt-mäfsige Klarheit seines Geistes oder die Erhabenheit undFestigkeit seines Charakters. Kei denjenigen Männern,welche sich durch grofsnrlige Handlungen ausgezeichnethaben, oder vielmehr, um mich eines Ausdrucks zu be-dienen, welcher der Individualität des Columbus ange-messener erscheint, durch die Verwirklichung eines aus-gedehnten und dennoch scharf begränztcn Planes, pflegtdie gewöhnliche Welt die ungerechte Voraussetzung zumachen, dafs der Erfolg weit weniger der Energie desdurchführenden Charakters, als dem Gedanken, welchererfal’ste und die That vorbereitete, beizumessen sei. Si-cherlich verdienen die intellektuellen Fähigkeiten des Co-lumbus nicht mindere Rewunderung, als die Thatkraftseines Willens; aber es liegt in den Restimmungen desmenschlichen Geschlechts, die Kraft, ja selbst das Ueber-mafs der Kraft dem edlen Aufschwünge der Gedanken-thätigkeit vorgezogen zu sehen.
Ein Ausdruck des las Casas, welcher denVespucci„einen Lateiner, d. h. gelehrt und mit Beredsamkeit aus-gestattet,“ nennt*), hat Veranlassung zu der irrthüm-
*) T'espucio era latino y elocuente. (Casas, Hist, general delas Indias, üb. 1, c. 140.) Dieser synonymische Gebrauch von Laii-nitiit und Wissen hat sich vom Mittelalter her in der spanischen Spra-che so festgesetzt, dafs ich häufig in den Missionen am Orcnoko dieWorU gehört habe: Es Indio nuiy latino, um einen Eingeborenen voubesserer Bildung zu bezeichnen. [Dafs sich derselbe Gebrauch im Kran-