455
Cabot uud Christoph Columbus erörtert werden. I-.UIst man die Fahrten der Skandinavier *) gegen Ende deszehnten und im Anfänge des elften Jahrhunderts, derenRichtigkeit übrigens vollkommen nachgewiesen ist, hierunberücksichtigt, so wurde das Festland von Amerika zuerst (nach Unterbrechung der Verbindungen mit denKolonien in Grönland ) von Johann und Sebastian Ca bot am ‘24. Junius 1497 entdeckt , und zwar Labradorzwischen 56° und 58° n. 15. Diese Entdeckung ist alsoum ein Jahr und sechs Tage älter, als die des Festlan-des von Südamerika durch Christoph Columbus ; aber esist keinesweges wahrscheinlich, dals, wie man neuerdingsbehauptet hat, die Reise der beiden Cabot, die im An-fänge des Monats August 1197 beendigt wurde, die dritteExpedition des genuesischen Seefahrers beschleunigt habe.Dieser konnte, ohne Zweifel wegen des lebhaften Han-dels zwischen Sevilla und den Häfen von Rristol undder Niederlande , Kunde von gewissen weit ausgedehn-ten Küsten erhalten haben, die im Nordwesten gesehenworden **); aber das Gerücht von der Entdeckung des
*) Lieber die Fahrten des Isländers Biaru Herjolfson, s. ob. r lh. 1,Seite 356.
**) Die wichtigsten Urkunden für die beiden ersten Seefahrten desSebastian Cabot in den Jahren 1197 bis 1498 (er unternahm eiuc dritteund vierte in dem Jahre 1517, und von 1526— 1531) sind folgende:
1) Der Discorso del Hamusio sopra li viaggi delfa Spetieri , des-sen Existenz eben so sonderbarer als ergötzlicher Weise von derBiographie universelle in Zweifel gestellt wird; eine Abhandlung,reich an reizendem Interesse, in der Ilamusio (Tom. I, p. 371 derAusgabe vom Jahre 1613) die Ergebnisse eines Gespräches erzählt,welches in der berühmten 5illa des Fracastoro , IncafTi, am b ufsedes Montebaldo Statt fand. Ramusio setzt in eben diesem Discorso ,welcher vor dem Jode des Sebastian Gabot geschrieben ist, die„grofse W nhrscheinlichkrit einer nordwestlichen Durchfalii t“ aus-einander, welche er auf die Erzählung von den Indianern gründet,die. in die Hände des Melcllus Geier gefallen waren (s. oben l h. I,S. 179). Hakluyt (Tom. 111, p. 6) inengt umechter Weise hier♦•in Zeugnils des römischen Legaten Galeacius llulrigarms, des brenn