Buch 
Resultate der bis jetzt unternommenen Pflanzenanalysen, nebst ausführlich chemisch-physikalischer Beschreibung des Holzes, der Kohle, der Pflanzensäfte und einiger andern wichtigen Pflanzenkörper / von Gustav Theodor Fechner
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Früchte und Saamcn.

gewesen Ist. Durch Hlnzufügung dieses Stoffs, der sowohl Im unge-rösteten', als gerösteten Kaffee vorkommt, muß man die nachfolgendenAngaben über die Jusammensetzuug des Kaffee's ergänzen.

Rohe Kaffeebohnen. Wasser, über Kaffeebohnenabgezogen, hat den eigenthümlichen, nicht starken, Geruch der rohenKaffeebohnen, opaliffrt etwas, röthet erst nach 24 Stunden das Lack-muspapier (Schrader) und nimmt durch die Anst. des schwefelst Ci-senpervxpds einen grünlichen Schein an.

Der abgedampfte Absud (von den westindischen Kaffeeboh-nen) hat eine bräunliche Farbe, ein schleimiges Ansehen, einen bitter-lichen, etwas strengen, Geschmack, röthet Lackmuspapier*) (Schrader)und zeigt im Wesentlichen die (Rep. I. 66i), bei dem Kaffeebitter an-gegebenen, Reactionen. Der zweite und dritte Absud stnd etwas dunk-ler gefärbt, als der erste, welcher grünlich ist (Paysse). Charak-teristisch für das Decoct guter Kaffeebohnen ist, daß es beim Erkaltendurch die Einwirkung der Lust grün wird. Auch die abgekochten Boh-nen, die noch mit Fl. bedeckt sind, färben sich grasgrün. Dickt manden Absud ein, so wird er in dem Maße, als er Conststenz erhält,durchsichtig (Paysse), wie man auch beim Absude der Chinarindebemerkt. Das auf diese Weise erhaltene Ertract hat die Farbe desHarnö, einen bittern sauren Geschmack mit einer Empfindung vonSchärfe, der mit dem Geschmack des Chinaertracts einige Aehnlichkeithat, nur viel weniger bitter ist (Paysse).

Mäßig starker Weingeist zieht aus den rohen levantischen Boh-nen eine schwach gelbe Tinktur, aus westindischen Bohnen eine mehrgrünliche. Beide röchen das Lackmuspapier und trüben sich mitWasser. Absoluter Alkohol färbt sich bei der Digestion mit Kaffee-bohne» nur wenig, und zieht dabei Harz und ein ätherisches Oel aus.Kalkwasser giebt mit den Kaffeebohnen eine schöne grüne Tinktur.

Nach Schrader enthalten die rohen Martinique -Bohnen o,5i82talgartiges Oel (Rep. l. 1248); o,4i66 Harz; 17,5881 Kaffeebitter; 3,6358gummiges und schleimiges Ertract; 0,6248 Ertractivstvff; 66,6666trocknenRückstand (Faser); io,5488 Verlust (wahrscheinlich an Wasser). Fernergaben die Bohnen nach Schrader 3,85 p. C. Asche, worin sich.Kali,Magnesia, Kalk, Manganoryd, Phosphors. Eisen, Phosphors. Kalk, salzs.und schwefelst Salze fanden.

Die obigen Substanzen wurden so erhalten, daß Schrader dieBohnen wiederholt mit Wasser auskochte, den zur schwachen Syrups-dlcke abgedampften Absud mit Alkohol versetzte, wodurch der gum-

*) Auch gepulverter Martlnlque-Kaffe« in ein GlaS mit LackmuStlnctiirgeschüttet, machte die blau« Farbe desselben sogleich roth (Paysse).