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C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
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genannte gemeiselte Puppen, d. h. die einzelnen Teile sind nicht seit-lich zu einem kompakten Körper verklebt, wie bei den Schmetter-lingspuppen, sondern sind frei, so dafs die Puppe alle Teile des künf-tigen Käfers aufs deutlichste zeigt; nur sind die Flügel noch kurzeStummeln, und anders, nämlich mehr gegen die Bauchseite gelegt, sodafs der Rücken des Hinterleibs frei zu Tage liegt. Die Puppe istimmer weich, kann höchstens den Hinterleib bewegen und nimmtkeine Nahrung zu sich. Zum fertigen Käfer wird sie durch Abstreifeneiner das ganze Tier und die einzelnen Teile einscheidenden zartenPuppenhaut. Unmittelbar nach dem Ausschlüpfen ist der Käfer nochsehr weich und gar nicht oder sehr schwach gefärbt, er wird jedochbald hart und mit der zunehmenden Härte erscheinen auch die blei-benden Farben; zugleich strecken sich die Flügel und kommen in ihrebleibende Lage auf dem Rücken.

Ist der Käfer fertig, so findet kein Wachstum mehr statt undman kann deshalb nicht von jungen oder alten Käfern sprechen; dieoft sehr bedeutenden Gröfsenunterschiede, die man bei gewifsen Artentrifft, rühren von einem verschieden guten Ernährungszustand derLarven her: gut genährte Larven geben grofse, schlecht genährte da-gegen kleine Exemplare. Der Käfer lebt überhaupt nicht mehr lange;manche sterben schon wenige Wochen nach der Verwandlung, andereüberwintern und legen im kommenden Jahre ihre Eier ab, worauf siesterben. Die Larven dagegen haben im allgemeinen ein längeresLeben und nicht wenige Arten haben einen mehrjährigen Larvenstand;den längsten mit 5 Jahren hat Lucanus, unser Maikäfer braucht zuseiner Entwicklung in Norddeutschland 4 Jahre, in Süddeutschland 3 Jahre, in den Mittelmeerländern 2 Jahre. Die Mehrzahl der Käferscheint einen jährlichen Entwicklungscyklus zu haben, viele machenaber auch in einem Jahr mehr als eine Generation. Die Zahl der Plier,die ein Käferweibchen ablegt, ist im allgemeinen etwas geringer alsdie, w'dche die Schmetterlinge hervorbringen.

Lebensweise der Käfer.

Im Larvenzustand führen diese Tiere meist ein sehr verstecktesLeben und zum Aufsuchen der Larven gehört eine ganz genaue Kennt-nis ihrer Standorte und der Jahreszeit, in welcher man sie dort trifft.Daher kommt es auch, dafs man von ungemein vielen, selbst ganzgemeinen Arten die Larven und ihren Aufenthalt noch gar nicht kennt,