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3 (1842) Coleoptera Lamellicornia Melitophila / von Hermann Burmeister
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Sechste Ordnung. Lvleoxlera.

noch, daß daS innere Ende des wagrechten, ganz im Munde lie-genden Grundastes oder Schenkels eine abgeplattete Endfläche vonverschiedener Form hat, welche als Mahl zahn dient, währenddie Spitze des anderen äußeren Schenkels die Stelle eines Schneide-oder Reißzahnes vertritt, wenn ein solcher nöthig wird. Dieseallen typischen Lamellicornien gemeinsame Anlage des Oberkieferserleidet nun mancherlei Umbildungen und Modifikationen, wie esdie Nahrungsmittel, welche der Käfer zu sich nimmt, mit sich brin-gen. Ist die Nahrungösubstanz durchaus weich oder breiartig undbefindet sich dieselbe auch nicht in festen soliden Behältern einge-schlossen, so wird der ganze Oberkiefer mehr und mehr häutigoder lederartig. Dies ist der Fall bei den Coprophagen,bei welchen man in dem häutigen, am Ende gefransten Außen-schenkel bloß einen dünnen, mehr hornigen Kern bemerkt, währendder wagerechte, sehr kurze Jnnenschenkel noch ziemlich derb ist, undin einen breiten queeren Mahlzahn endet, der links ausgehöhlt, aufder rechten Seite gewölbt ist, und die beide so dicht an einandersich legen, daß bloß ein sehr flüssiger Brei hindurch kann. (Manvergleiche die Abbildung der Mundthcile von Lucklnopus in mei-nen Aenerib. Inseetor. tnsc. 6, wo Fig. 3 den linken Oberkie-fer von unten darstellt; n. ist der Gelenkkopf und w. der hohleMahlzahn.) Dieser Bildung zunächst steht die Form der Oberkie-fer bei den Melitophilen, welche zwar ebenfalls flüssige Stoffegenießen, dieselben aber aus festeren Substanzen, nehmlich ausBlumentheilcn, ausdrücken müssen. Daher sind beide Schenkel desWinkels nicht bloß immer hornig, sondern der Mahlzahn am Endedes wagrechten Schenkels ist breiter, wenngleich ebenfalls noch einquer gegen die Längendimcnsion des Kiefers gestellter, gewölbter oderhohler Bogen. Feilenartige Furchen hat dieser Mahlzahn noch nicht.Der innere häutige Theil ist um so größer, je schwächer der äußerehornige Schenkel ist, was wahrscheinlich von der Verschiedenheitder Blumen abhängt, welche die Melitophilen besuchen. Bisweilenbiegt er sich hakig nach innen um den häutigen Theil, oder erwei-tert sich spatelförmig am Ende; in der Regel ist er schmal und zu-