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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
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H- Abschn. zur Zeit des Mittelalters. 17 I

worden von Tibet und fudostwärks vom Kokonor), dieverschiedene Städte und Flecken hat, deren Hauptstadtöen Nahmen der Landschaft führet. Die Einwohnerfind ausser wenigen Christen alle Götzendiener, und ze-hren zu den Unterthanen des grossen Khans. Sie sindbraun von Farbe, und nähren sich ohne Handel von denü'-'üchten der Erde. Anf dem Gebirge wächset die beste^eubarbar (Reobarbar, Rhabarber), in grosser Men-ge, und die Kaufleute verführen sie über die ganze Welt.Es wächst auf dem Gebirge eine giftige Pflanze, nachderen Essung den Thieren die Hufe abfallen; das Viehder Eingebohrnen kennet diese Pflanzen und vermeidetste sorgfältig; man muß daher auf einer Reise zu diesenBergen, allezeit einheimisches Vieh mitnehmen.

Die Stadt Nampion (Kampition, Kampicion,^anrscheu in der Provinz Schensi am Ehine- Morsn)ist die Hauptstadt von ganz Tangnrd, sie ist ansehnlich*wd sehr gro§. Ihre Einwohner sind theils Nestoria-*chche Christen, und haben drei schöne und grosse Kir-nen, theils befolgen sie den Islam, theils sind sie Gö-hendiener. Die viele Klöster für ihre Geistlichen, sindinit hölzernen irdenen, und steinernen mit Gold bedeck-en Götzenbildern angefüllt, deren einige auf der Erdestegen wohl zehn Schritte lang, und von den kleinerenEiöhenbildern umgeben sind, die ihnen wie Schüler Ehr-^bietung erzeigen. Die Gößenpricster leben viel recht-schaffener und weniger den Lüsten ergeben, als die übrigenGötzendiener. Sie enthalten sich gewisser Speisen undsolcher Lüste und unehrsamer Handlungen, die man dortgemeiniglich für keine große Sünden ansieht. Denn^enn ein Frauenzimmer der Mannsperson zuerst zur Liebe^nlas giebt, so ist nach ihrem Gewissen gar keine Sün-»be, sich ihrer zu bedienen. Sind sie aber diejenigen,Welche dem Frauenzimmer zuerst den Antrag thun, dennMten sie es für Sünde. Die Weltlichen haben viele