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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
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172 Bonden Entdeckungen im Nord. H.Abschll*

Weiber, bis zu dreißig und drüber, auch wohl weniger,je nachdem es ihr Vermögen erlaubt, denn sie bekom-men mit ihren Weibern keinen Brautschah, sondern siegeben der Frau ein Vermögen an Vieh, Sklaven undGeld. Die erste Frau aber behalt allemahl den ober-sten Plah: finden sie auch, daß eine ihrer Weiber sich mitden andern nicht gut vertragt, oder wenn sie ihnen nichtgefällt, so können sie dieselbe entlassen. Sie heirathen ihreVerwandten und Blutöfreunde, auch so gar ihre Stief-mütter. Sie haben einen Kreislauf von Monden-Mona-then, und in jedem enthalten sie sich des Blutes, undFleisches von Thieren und Vögeln, entweder drei odervier oder fünf Tage, und verehren nach diesem MondeMlaufe ihre Götter. Sie begehen indessen noch viele an-dere Tvdtsünden, und leben wie das Vieh; wie solchesMarco Polo zur Gnüge erfahren; indem er mit seinemVater und Vatersbruder, ohngefehr ein Jahr, seinerGeschäfte wegen, sich an dem Orte aufgehalten hat.

Reiset man von Lampion (Kampition, Kan-tscheu) zwölf Tagereisen, so kommt man zu der StadtEzma (Eziva, Ehino heißt ein Fluß im nordöstliche»Schensi, der in dieSeeSohuc-Nor, und Sopu-Nor her-einfällt), welche an die grosse sandige Wüste gränzet, undgehört zur Landschaft Tangurh. Die Einwohner sindGötzendiener, und leben von ihrem Viehe und Acker-baus, haben aber keine Handlung. Man findet in deMLande viele Würgefalken (kalco lüanarmr) und sehr guteStockerfalken sk-alco lscer). Es giebt da auch Fichten-wälder, in denen sich wilde Esel, und manche andrewilde Thiere aufhalten. Die Einwohner halten vieleKameele und anderes Vieh. Die Reisenden, welchedurch die grosse Wüste, welche vierzig Tagereisen langist, ziehen wollen, kaufen hier Vorrath ein, indem si?nachgehends keine Menschen und Wohnungen antreffe»,ausser einige wenige herumziehende Menschen hie und da