Buch 
Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
215
JPEG-Download
 

tt.Abfchli. zur Zelt des Mittelalters. 215

senden sich einigemahl, wenn es ihnen beliebt, ausruhenund Feuer machen können. Zuweilen, aber wacker selten,trist man ausserhalb dem Wege ein kleines Dörfchen an.Wenn man von Trocki weiter gehet, trift man wieder Hü-gel und Waldungen an; aber es finden sich auch einigeWohnungen, und 9 Tagereisen von Trockr ist eine Fe-stung Loniri(Lonin*) genannt. Man kommt denn in**)Lithauen, woselbst man eine Landschaft antrift, welche^arsonich ***) heißt, die einigen Herren zugehörek,welche unter dem Könige Kazimir von Pohlen stehen.Das Land ist fruchtbar, und hat viele gemauerte Städteund Dörfer, aber von keinem großen Belang. VonTro<Li sind 7 Tagereisen bis in Pohlen, und die Land-schaft ist gut und schön. Man trift da Mersaga s)eineziemlich gute Stadt an, und es endet sich daselbst Pohlen,

O 4 von

*) Lonn-i vder Lom'n ist mir gair unbekannt: ich müchmaßte dem.nach, daß>es heissen solle Glon^m, welches vor diesem ein sehr»ahmhastcr Ort war, welcher den abget eilten Prinzen des Groß-herzoglichen Littha. ihren Hauses, als ein Herzogthum psiegte zu-getheilt zu werden.

**) Es soll heissen aus Lithauen, nicht in; denn Warschau ist nichtmehr in Litthauen, sondern in Masureen, oder der Masau.

***) Varsonich ist wahrscheinlich die Stadt Warschau,ck) Mcrsaga last sich nicht leicht bestimmen; indessen so'schließeich doch aus seiner Lage an der Gränze von Pohlen gegen das bran-denburgische Gebiet und der Nachbarschaft von Frankfurt an derOder, daß daru nter Meseriy oder zu »erstehen sey.

Es ist mir aber, bey dc» drey letzte», in Anmerkungen errathenenoder crmuthmasseten Namen von pohlmschen Oertern eingefallen;daß bey diesen Oertern, die, wie Jvsaphat Varbaro sagt, in einembekannten Lande liegen, weniger Gewißheit und wenigere Grade derWahrscheinlichkeit in den Erklärungen liegen, sie mir auch selbstweniger ein Gnüge geleistet haben, als die Erklärungen der Na-men , aus weniger bekannten Gegenden. Sind etwa in den mehrbekannten und mit christliche» und gesitteteren Völkern besetzten Ge-genden , grössere Veränderungen und Fortschritte in der CulturSchuld daran, daß man dir vor 400 Jahren genannten Oerler nichtmehr kennet?