H.AbschN. zur Zeit des Mittelalters. 255
standsne Ungemach waren ganz erschöpft worden, so rißder Tod viele von ihnen hin; besonders drückte sie derMangel an Getränke so, daß ein jeder nur alle 24 Stun-den zweimal einen kleinen viertel Becher bekam. Mitgesalzenem Fleische, Käse und Schifszwieback waren siebesser versehen: allein die gesalzenen trocknen Speisenerregten einen Durst, den sie nicht zu löschen im Stan-de waren. Es starben daher einige plöhlich, welche gar' kein Zeichen der Krankheit zuvor von sich gegeben hatten rUnd ward besonders angemerkt, daß diejenigen zuersthingerissen wurden, welche zuvor im Schiffe am lüder-lichsten gelebt, den vielen Wein zu sich genommen, sich derTrunkenheit ergeben, und sich ohne Nachlaß am Feuerj gewarmet hatten, außer daß sie etwa eine andere Stet-! lung angenommen: ob sie gleich stark aussahen, so wa-. ren sie doch am wenigsten geschickt zu Ertragung des
! Ungemachs und starben davon des Tages 2, z, bis 4
Personen: dies dauerte fort vom 19 December zum 29Und sie warfen sie in die See. Am 19 ward der letzteWein ausgetheilet, und ein jeder bereitete sich zu sei-nem bevorstehenden Tode. Einige tranken Seewaßer,welches ihren Tod beschleunigte: andere ihren eigenenHarn, welches letztere zusammen mit der Vorsicht von dengesalzenen Speisen so wenig als möglich zu genißen; nocham mehresten zur Erhaltung ihres Lebens beitrug. Fünf! Tage blieben sie in diesem schrecklichen Zustande, und
! segelten nach Nordosten zu. Am 4 Januar erblickte
! Einer von ihnen, der im Vordertheile des Bootes sich bes
fand, etwas unter dem Winde wie den Schatten einessandesund er verkündigte solches sogleich mit einer ängst-lichen Stimme. Ihre Augen blieben an dem Gegenstandsgeheftet und mit Tages Anbruche sahen sie nun mit dergrössten Freude, daß es Land wäre.
Diejer Anblick gab ihnen neue Kräfte, so daß sienun hie Ruder ergriffen um sich desto eher dem Lande zu> ' nähem;