keinen andern Zeitvertreib als die Betrachtung der Kunst,werke; auch hatte er keinen Umgang als mit grossenKünstlern, wie z. B. Rotticr und Niclaus de Launay.Letzterer anvertraute ihm die Verfertigung einiger kbnig,lichen Schaumünzen. Achtzehn Monate hatte er in Pariszugebracht, als der Baron von Görz, auf Befehl seinesKönigs, eine Anzahl junger Künstler nach Stockholmberief. Ungeachtet Hettlinger eben nach England reise,fertig war, so entschloß er sich gleichwol, und zwarohne Reisegeld und ohne einige Bedingniß, nach Schwe-den zu gehn. Karl XII. war damals in Norwegen.Hettlinger schnidt einen Stempel zur Probe im Gasthof;die Probe ward dem König zugesandt; schneller Befehlkam zur Befriedigung aller Forderungen des Künstlers;auch ward der junge Mann sogleich an die Stelle desverstorbnen, königlichen Medailleurs Karlstein gcietzet.Im I. 1713. lieferte Hettlinger zwo wichtige Schau-münzen, die eine auf das Ableben des Königs, die andreauf die Krönung der Königin Ulrica Elconora. Im I.1720. folgten zwo andre, die eine auf König Friedrich,die andre, nach Auftrag der Neichsstände, auf den Staats,minister Graf Horn. Jedermann war mit des KünstlersArbeit zufrieden, nur der Künstler selbst nicht. Mitschöpferischem Aug durchlief er den Kreis der Alterthümer;er studirte jenen Konrour, der seine Züge auf die SpitzeHaars setzt; das Genie der Alten halte er nicht we-niger aus ihren Kunstwerken als aus ihren Schrif-ten kennen gelernt. Er betrat einen neuen Pfad, indemer die Kunst der Alten mit neuen Allegorien vereinigte.Der Umgang mit dem Staatsminister, Grafen vonTcßin, mit dem Baron von Härlimann, mit dem Kanz-leyrath Berch, mit dem fiirtrcflichen, philosophische"Alterthumskcnner Keder gab seinen, Geist die völlige Reise-
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