allerley Schwänke angeführt und wie derselbe seine Gast,Wirth: um die Zeche betrogen habe; noch andre hättenso schmutzige Possen auf die Kanzel gebracht, daß mansie nicht einmal melden dürfte.
Captto ruhte nicht, bis er ihn ;u sich nach Basel ge-zogen hatte. Er brachte sechs christliche Trauerspiele inVersen mit sich; ungeachtet selbige den Beyfall der Ge.lehrten erhielten, so durften sie gleichwol niemals gedrucktwerten.
In Basel war er dem Erasmus bey Herausgabe seinesneuen Testamentes behilsiich. Ihm giebt Erasmus daSLob, daß er es in dem ebräiscben Sprachstudium weitergebracht habe als er * — Von Basel ward Oecolampadals Prediger nach Augspurg berufen. In der Nachbar-schaft befand sich ein Kloster, dessen Mönche sich durchGelehrsamkeit so wol als durch Frömmigkeit hervortha-ten; in ihrem Umgang entschloß er sich zum Klosterge-Iiidde, jedoch mit ausbedungenem Vorrecht, predigen zudürfen. In diesem Kloster schrieb er verschiedene Predig-ten wie auch eine Schrift über die Ohrenveichle. DieseSchrift zog ihm, besonders von Seile des kaiserlichenBeichtvaters, Verdruß zu. Mit Einwilligung der Kloster-bruder begab er sich in Geheim weg. Auf das falscheGerücht hin, er sey eingesperrt worden, machte sichsein Herzensreund Cavito, der im jederzeit das Kloster-leben mißraihen hatte, auf der Eile reisefertig zu seinerErlösung. Wie entzückt war nicht dieser, als er ib"ganz unerwartet zu Mäinz bey einem gemeinschafth-chen Freund, Caspar Hedio, in Sicherheit antraf-Hicrauf «ächtete sich Oecolampad zu dem heroischen Fra"ivon Sickingen; unter dessen Schutz schrieb er gegen vcnMißbrauch der Messe, auch übersetzte er verschiedenes au
* S. Erasmus Vorrede ;»r dritten Ausgabe vom I.