-etztern, daß er auch des Nachts im Traume Gedichteverfertigte. Die ovidianischen Metamorphosen sicng er anins Kurze zu ziehen; mit Bryseitsctzung der weilläuftigcmEpisoden und andrer Ausivüchse, harre er schon fünfBücher zu Stande gebracht, als Claudius Cantiuncula/dem diese Arbeit «ngcmein wohl gefiel, dieselben mit sichwegnahm und sie dem Versager niemals wieder zurückgab.
Mit dem Studium der Dichter verwand Musculusdas Studium der Tonkunst. Wegen feines einzunehmen-den Vortragcs ward er rum Predigramle bestimmt; einfrommer Greis in dem Kloster erinnerte ihn oftmals:Em guter Prediger müsse vor aus auch (wie er sich aus-drückte) ein guter Zivile»« seyn; diese Erinnerung bliebkeineswegs fruchtlos.
Als Luthers Schriften bekannt wurden, so las sieMusculus mit eben so viel Erfolg als grosser Begierde;niemals fetzte er sich mit den Mönchen zu Tische, daß ernicht die neue Lehre mit Eifer vertheidigte und auch felbsivon der Kanzel Luther» m Schutz nahm; wirklich hatteer deswegen den Rainen des Lulhcrschcn Mönchen geh>^'ten. Weit die mehrern seiner Convcntualen wie auch vcr«schiedne benachbarte Edelleute, unter denselben besondersder Befehlshaber von Lutzelstcin , Rheinhard von Roten-bürg, liessen sich durch ihn zum Abfall vom Papsiuwbewege». Dieser letztre war sein Beschützer gegeneben so zahlreiche als mächtige Feinde, z. B. die Bistb^von Metz und Straßburg. Um seine Srandhaftigkelauf die Probe zu setzen, ritt' eines Tages der eben er-wähnte Befehlshaber von Lützelsteiu, verkappt undBegleite einiger bewafneter Reuter hinaus nach LuMim,sie stellten sich, als ob sie den Musculus bey der K-rw-thüre gesanglich wegnehmen wollten; dieser hielt sie >nAbgeordnete des Bischof» von Metz; er bat sie ihn vorher nowferne Predigt halten zu lassen, alsdenn möchten sie nach G" *