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kr sehr gerne hübsche Weibsleute gedungen habe, die sichganz nackt von ihm mahlen liessen; überall habe er vieleMädchen an sich gelockt und unter dem Verwände sünd-loser, geistlicher Freyheit sich mit denselben jede Aus-schweifung erlaubt. In Joris Wunderbuche sieht manzwey figürliche Menschenbilder, davon das eine den zwey-ten Adam, das andre die Braut Christi darstellt. Dererstere hat den Leib offen; man sieht sein Her; und indemselben ein Menschcngesicht. Das letztre Bild oder dieBraut Christi hat zween Flügel in ihrer Rechten, nebsteiner Glorie, ein Schwerdt in der Linken; eine Schlangeund die Figur des Todes unter den Füssen. Ueber demScheitel schwebt der h. Geist in Gestalt einer Daube.Bey beyden Bildern sind die Geschlcchtsglicder gezeichnet.Hierüber schreibt Joris an den Johannes a l.slöo: derBauch bedeutet die Seligkeit; der Nabel die Gesund-heit; die Weiblichkeit das Leben oder die Wollustdes Geistes; die Männlichkeit (das Unterscheidungs-zeichen des männlichen Geschlechtes,) den hohen Muth Got-tes oder Geist und Kraft. *
In Holland hatte sich gegen die Wiedertäufer, wegenihres aufrührerischen Betragens, eine starke Verfolgungerhoben. Mehrere wurden zum Tode verurtheill; Moft war Joris zugegen, um seine Glaubensgenossentrösten. Seine eigne Mutter sah er im I. i;;? zu Del^enthaupten. Die Ausschweifungen der MünsteriM»Schwärmer schien er zu mißbilligen; mit Geduld sollteman, seiner Meynung nach, den Ausgang erwarten.So vertraulich er anfangs mit dem Wiedertäufer Baten-burg gelebt hatte, so zerfiel er gleichwol hernach mit iMund mit seiner ganzen Partey. Die Anhänger Melcku^Hofmanns hielt er für die eigentliche Kirche Christi. M"
* S, Arnolds Kirchen - und Käzerhistorie. B. si >3*7-