2oriS im I. im Frieden gestorben war, so rächtesich sein Tochtermann dadurch, daß er ihn bey dem Rachezu Basel als einen Jrrlehrer und Gotteslästerer angab.Alle Hausgenossen, Freunde und Bekannte des Verstarb,nen wurden verhört; noch mehr Licht bekam man ausseinen hinlerlaßnen Schriften und Briefen. Aus den sei.den zogen die Universität und die Geistlichkeit alle irrigenSätze heraus, und hierauf ward den rz.May i;;y an demTodten folgendes barbarisches Urtheil vollstreckt: Man grubihn aus der Erde heraus, ließ ihn nebst seinen Büchernund seinem Bilde durch den Scharfrichter vors Thorunter den Galgen schleppen und daselbst verbrennen.Seine Nachkommen aber und Hausgenossen, nämlichNikiaus Bledlsck, der hernach reformierter Pfarrer inder Pfalz wurde, Joachim von Borchom, Görg vonBrück, Renai von Berchom, Eckbert von Thron, Hie-rvnymus und Wilhelm von Brück, theils Söhne, theilsAnverwandte, mußten darauf in der Kirche zu Bafelöffentlich erscheinen und die vorgelesenen eilf Punkte, dieUran dem Verstorbenen Schuld gab, verfluchen und alsLvtteslästerlich erklären, hingegen die ihnen von dem Pre.öiger vorgelesene Sätze nachsprechen und die Kirche umVerzeihung bitten. Man setzte nämlich*voraus, daß sieentweder von Joris in seinen Irrthümern unterrich.^t gewesen, oder doch davon gewußt haben, ohne ihniu verrathen.
Nach Arnold, war Joris nicht so fast ein GotteslästererKätzcr als vielmehr ein schwärmender Mysticus. Zu^ Zeit, als dieser lebte, war man an die Ausdrücke derMystiker noch weniger gewohnt ; itzt ist die schwülstigeSprache dieser dunkeln Köpfe bekannter geworden. S»ealle, daß sie Christus sind, ohne dadurch etwas an»ers als die genauste Vereinigung anzeigen zu wollen. Von
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