Band 
Erster Band.
Seite
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Hochachtung und Freundschaft. Würklich lebten sie einigeTage in gleicher Wohnung. Lctztrer ruhte nicht, bis erdurch dringendes Zureden den Kastcllio zur Annahm ei-ner Reetorsteüc in Genf beredete. Drey Jahre lang warbsie von Casiellio mit allem Beyfall verwaltet und nun-mehr mußte er wegen einiger besondern Meynungen imI. ,;44. aus Genf himvegzirhn. Diese Meynungen bc,trafen die Höllenfahrt Christi und die Authenticität deshohen Lieds; dieses Lied erklärte er für ein schlüpfrigesGedicht, welches verdiente, aus dem Kanon verwiesenzu werden. — Ungeachtet wegen solcher AeusserungenKalvin mißvergnügt wurde, so gab er dem Castelliogleichwol ein ehrenvolles Zeugniß so wol wegen seinerTalente als wegen seines sittlichen, tadelloicn Betragensnach Basel. Auf dieser Schule erhielt Castellio den Lehr-stuhl der griechischen Sprache. Je länger je mehr wurdenseither Kalvin und Bcza gegen ihn erbittert, und zwarhauptsächlich weil er über die Prädestination gelindereGrundsätze hatte als sie; weil er den Irrthum nichtals Verbrechen ansehen wollte; weil er durch Ucbersetzungder teutschen Theologie ins Latinische sich der Schwär»nierey, verdächtig gemacht hatte. Mit vieler Würde undEnergie wiederlegte er die schriftlichen Jnvectivcn, welcheKalvin gegen ihn auszustosscn anfieng und die so lehrmit oben angeführtem Attestat im Wicdcrspruch stehe"»So weit war Kalvin in seiner Hitze gegangen, daß ^den armen Castellio beschuldigte, er habe vormals H» igestohlen, um sein Zimmer zu wärmen. Sehr naiv gicdieser selbst hierüber folgende Nachricht: Ich befand ""in äusserster Dürftigkeit, und da ich, um meine Uebertzung der h. Bücher zu vollenden, lange wach ble«mußte, so gieug ich in einem müßigen Augenblick anUfer des FlusscS, um einige daher schwimmende S >>