wässerten sie; mittlerweile hatte« wir die Ziegen auf derHöhe aus den Augen verloren; ohne die Ziegen giengdas Mädchen nach Hause; ich aber, als ein armer Dienst«junge, warf mein Rökgen ins Gras und suchte die Zir»gen. Aus der höchsten Spize des Gebürges entdeckt ichein junges Gems; es glich einer von meinen Ziegen; ichverfolgte es dis zum Untergänge der Sonne; die Nachtüberfiel mich; noch ließ ich mich von Gesträuch zu Ge-sträuch herab; unterm Fusse rieselte der Sand in den Ab-grund; weiter rückte ich nicht fort; mit der Linken hieltich mich an einer Wurzel; mit der Rechten kratzte ichdie Erde unter einem Baum weg; den Rücken verbargich unterm Gebüsche; über mir krächzten die Naben; ichen pfähl n ich Gott und entschlief; so blieb ich im Schlafe,b,s die Sonne über alle Berge hervorgieng. Wie sehrrrschrack ich nicht beym Erwachen. Erst jczt sah ich,wo ich gewesen. Wär ich zu Nacht noch zwey Klaftertiefer hinunter gegangen, so wär ich vieltausend Klafterrief über eine Felswand hinunter gestürzt. Mit Lebensge.fahr stieg ich wieder auf die Anhöhe, um auf der andernSeite zu den Hütten hinunter zu rollen. Als ich amFusse des Gebürges aus dem Walde hervorkam, begeg-nete mir ein Mägden mit meinen Ziegen, welche NachtSvon selbst heimgekehrt waren. — Während meines Aufent,Haltes bey meinem Meister war ich einmal in «inen sieden,den Milchkessel gefallen, und hatte mich so sehr verbrennt,daß man die Mähler davon seither immer gesehn hat.Ein andermal war ich mit einem Hirtenjungen im Wal,de; unter anderm Geschwätze wünschten wir Flügel zuhaben, um nach Deutschland stiegen zu können; plözlichschoß ein fürchterlicher Raubvogel daher; wir besorgten,haß er uns wegtragen möchte; nicht ohne Mühe hatten*vir ihn mit unsern Hirienstäden verscheucht; alsdenn er-kannten wir, baß unser Verlangen nach Flügeln eitel und
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