sündlich gewesen. — Als ich einmal von ungefähr in tie,fen Schrunden den Kristallen nachgreng, so sah ich vonder Höhe einen ungeheuern Felsen sich losreißen; ich könn,te nicht mehr entflichn, bückte mich nieder auf mein An.gesicht, und glücklich fiel die Felsmasse über mein Hauptweg. Dieß war mein Leben und meine Freude bey denZiegen auf dem Gebirge; selten hatte ich ganze Zehen;niemals war ich ganz ohne Wunden und Quetschung;oftmals lidt ich so grossen Durst, daß ich mein eigenWasser aus der Hand trank; im Sommer schlief ich aufHeu, im Wmter auf einem Scrohsack-
Von einem Zicgcnhirtcn ward ich allmählig zumKüh,Hirten befördert. Ungefähr im neunten oder zehnten Jahrebekam ich Unterricht bey einem meiner Verwandten, Na,mens Anton Platter; dieser schlug mich grausam übel,zupfte mich viclmal bey den Ohren und zog mich vomHerd auf, daß ich heulte und die Nachbarn herbey liefen.Von diesem Verwandten erlösete mich ein andrer, PaulSummerater, der von den Schulen in München zurück«kam. Mit diesem zog ich aus dem Lande; mehr halttich nicht als einen Goldgulden, den ich meinem Vettergab; er trieb mich voraus, und für unfern Unterhaltmußte ich betteln. Als ich über den Grimftlberg gekom-men war, sah ich den ersten Kachelofen; des Nachts beymMondscheine kam er mir wie ein ungeheures Kalb vor;Morgens d'rauf sah ich Gänse, deren ich bisher keine ge-sehn hatte; als sie gegen mich schnatterten, floh ichhielte sie für Teufel. Bey acht oder neun Wochen warte-ten wir in Zürich auf Gesellschaft; unser waren acht ove?neun; wir zogen nach Sachsen; wenn ich nicht wol for-kommen mochte, schlug mich der Vetter mit dem Sl»oder mit einer Rute um die nackten Beine. Uebcrall hatich von den Bachanten vieles zu leiden; wenn sie reck> ^ /so gicngcn wir jünger» Schützen hungrig zu Bethe; ss