melkt zieht er nunmehr das losgebundene Bein aus demStiefel; diesen stopft er aus mit leinen Tüchern undmacht ihn unter dem Kleide an einer Schnüre fest, sodaß er ihn bewegen konnte, als wär das Bein in dem-selben. Nachdem dieses geschehn war, so bat er, baßman ihm jetzo das andre Bein frey lassen möchte; dafürwurde das falsche oder vermeinte Bein in Fesseln ge-schlagen; nunmehr waren beede Beine befreyl; um Mit-ternacht, als die Wächter in tiefem Schlaf lagen, öfneter die Thüre des Gefängnisses , geht die Treppe hinunter,kömmt in den Hof, klimmt über die Mauer, wirft aufder andern Seite sein Gewand auf den Bode» und senktsich darauf hernieder. Am Morgen glaubten die Wächternichts anders, als daß er sich durch Zauberey aus demfest verschlossnen Fußbanden befrevt habe. Bald hernachaber schrieb Cölius ein launigtes Gespräch, unter der Auf-schrist: ?robur, worinn er alles, wie es geschehn war,erzählt. Inzwischen blieben seine Güter und sein Erb-thcil verloren; auch war alle Hofnung zur Rückkehr intVaterland völlig verschwunden; er flüchtete sich also ineinen Winkel Italiens; durch Vorschub einiger vornehmenMayländer erhielt er bald hernach ein öfentlichcs Pro-fessorat ; um ihn gegen seine zahlreichen Feinde in Sicher-heit zu setzen, ward er immer von einer Menge Studen-ten begleitet: da die Verfolgungen des Papstes immer ge-fährlicher wurden, so flüchtete er sich jetzt nach Venedig;auch da war er nicht sicher und begab sich nach Ferrara;daselbst fand er Schutz bey der Gemahlin des Herzogs,«iner Tochter des franzöf. Königes Ludwigs XII. diesevcrfchaste ihm einen öffentlichen Lchrstul: kaum ein Jahrlang genoß er der Ruhe und nunmehr ward er von demPapste »ach Rom gefordert. Anstatt dieser Einladung zu^lgcn, flüchtete er sich jetzo nach Tcutschland. Die Hcr-öagin Renata von Ferrara gab ihm Empfehlungsschreiben
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