Band 
Zweyter Band.
Seite
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Im I. 169«. reime Brunner mit dem Churfürsten nachWien. Im Frühjahre 1700 besuchte er als Arzt denChurfürsten zu Kölln. Im I 1721 praktizierte er in Jü-lich, und am Ende des Jahres besuchte er die Landgräfinzu Kassel. Im Sommer 170; begab er sich nach Braun«schweig. Auf Befehl der Kaiserin. Mutter und des Chur-fürsten, physiognomonisirte er da eine Prinzessin, die derKaiser hermachen sollte. Von seinen Beobachtungen giebter dem Churfürsten folgende Nachricht: „ Die gesuchte» Prinzessin ist weiß von Angesicht und Haaren, einer leich-» ten angenehmen Nöthe mehr und weniger durchströhmct.»Die Nase und den Mund wohlgestaltet, mit schönen ro-»then Lippen, hübschen Zähnen. Das Angesicht mehr»langlicht als rund, ohne Pockennarben; die Augen ohne»allenMangel, und blond; istwohlgewachsen nach ihrem»Alter, mehr mager als fett. Die Ohrenläppchen und»Fingerspitzen sind schön roth; sonst aber so gestaltet, daß„ man sagen kann, sie sey eine schöne Prinzessin; doch»kann aus dem Ansehen ein Physiognomist erkennen, daß„sie noch nicht menstruirt sey. — Nun werde ich suchen,»mit dem Arzte zu sprechen, um in eine noch genauere»Kenntniß zu kommen, und mich so zu versichern, daß»man.auf mein Urtheil zahlen kann.»

Im Jahr 1728 ließ ihn der Kaiser Joseph I wegenseiner kranken Frau Mutter nach Wien holen. Im glei-chen Jahre schikte ihn sein Churfürst in geheimen Geschäf-ten nach Holland. Im I, 1709 berufte ihn der Königvon Preussen zur Konsultation nach Berlin. Im I. -7"erhob ihn der Churfürst von der Pfalz, als damaligerRcichsvikar, in den Adelstand und schenkte ihm die Herr-schaft Hammerstei» im Bergischen. Im Jahr 171; zogihn auch der König von England zu. Rathe; im Jahr1720 der königliche Prinz, der damals zu Hannover kranklag. — In diesem Jahre gab ihm nebst seinen Nachkom-