Band 
Zweyter Band.
Seite
128
JPEG-Download
 

„richt unterworfen. Ueber alles liebe Gott/ und nächst»Gott sey dir nichts theurer als das Vaterland, keines-»wegS aber (wie es so gewöhnlich ist, aus Eigennutz,»sondern aus edlem Srolz und kindlicher Anhänglichkeit»»Derjenige, der nur aus Ehrgeitz emporstrebt, weiß nichts»von der wahren Grösse der Seele, von Recht,'chaffenheit»und Patriotismus. Vermeide auswärtige Jahrgehalte„sie nähren Hochmuth und Ueppigkeit: in ihrem Begleite»sind Elend und Armuth. Wett mehr beförderst du dein»Glück durch häusliche Wirthschaft und gemeinnützige» Thätigkeit als durch die Pensionen der Grossen. Ueber-„lege alles, was du thust, bleib aber nicht unentschlos-»sen; sey sparsam, nicht geizig, zutraulich, aber behüt-»sam; fromm, aber nicht heuchlerisch u. s. w.„

Bey zunehmenden Alteröschwachheitcn zog er sich insein Haus, in sich selbst zurückt. Den z Christm. 1760.erschien er in voller Rathsversammlung und begehrte seineEntlassung. Ihm ward sie von den versammelten Väterttverweigert. An ihn schickten sie zwey von den angesehen-sten RathSgliedern, die im Namen des Senates dem Grei-sen so lange zuredeten, bis er endlich nicht mehr wider'stehn konnte. In der hierüber beschlossenen Rarhserkannt-niß heißt es: » Er sey ersucht worden, seine Rathsstelle„ beyzubehalten, Lieb und Leyd fernerhin mit U. U. G-» G. H Herren und Oberen zu tragen und mit seiner»Klugheit und Erfahrenheit, mit seinem Fleiß und Eifer„ Hochdenselben mit rathe» zu helfen, mit angehängter„tröstlicher Versicherung, daß er zur Bcsuchung der»Rachsversammlungen keineswegs angehalten, sondern„ einzig und allein erbetten seyn soll, sich in dringenden,„schweeren Vorfällen gebrauchen zu lassen, in wiefern»seine Gesundheitsumstände ihm solches gestatten.» Unge-achtet dieses Ansuchens entschloß er sich hierans, jedoch

nur