Band 
Zweyter Band.
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eigenes Beyspiel, Der Hausvatei ist die Wurzel, sagtee seiner met^horischen Sprache; wenn die Wurzel keinenSaft treibt, so welken die Pflanzen; die HaushaltungReicht einem Wagen; wenn unter den vorgespanntenAferdkcn das erste den rechte« Weg geht, so folgen vons^ber die andern. — Sein Freund klagte über die Träg-heit und Nachläßigkeit eines Knechtes. Findest du ihnauch müßig, fragte Kleinjogg, wenn du neben ihm arbei,lest? das kann ich nicht sagen, erwiederte jener; dafüraber gab ich ihm den Lohn, daß er ohne mich die härtereArbeit verrichte, — Haltest du also solche Arbeit für eineMühe, die dich unglücklich machen würde? — Wenn dudieß glaubst, so verwundere dich nicht, daß dein Knecht inbeiner Abwesenheit müßig geht; natürlich ist es, daß einirder glücklich seyn will. Ich selbst befinde mich ni:malSgesunder und glücklicher als bey der Arbeit. — Mit uner-schütterlicher Standhaftigkeic führt er mit seinen Hausge-nossen aus, was er einmal als gut ausicht. Sein Grund-satz ist, daß man in der Haushaltung, wie auf dem Fel-de, zuerst dem Unkraut begegnen müsse, bevor man mir.Erfolg den guten Saamen ausstreuen könne. Mit größtemEifer wiedersezte er sich daher dem Sittenverderben. Nichtohne eisernem Widerstand konnte er die Eiltelkeit undWeichlichkeit der Weiber in seiner Haushaltung besiegen.Er war der einzige Weinschenk in seinem Dorfe; dem An-schein nach bezog er beträchtlichen Gewinnst; bey nähererUntersuchung schauerte ihm vor dem Gedanke, daß dieKinder durch das Beyspiel der Gäste möchten angestecktwerden; auf einmal nahm er den festen Entschluß, keinemGast mehr Wein zu geben, als er nach harter Arbeit oderErmüdung auf Reisen, nöthig hätte zur Erholung derKräfte. Nach eigner Erfahrung sezte er dieses Maaß aufeinen Schoppen, ungefähr ein medizinisches Pfund amGewichte; hierüber grenzen die meisten Gäste und damit