Band 
Zweyter Band.
Seite
138
JPEG-Download
 

zugleich ein grosser Gewinnst verloren. Die Hausmütter ,von denen die eine in einem WirthShause erzogen war,wurden äusserst erbittert; sie warfen ihm vor, daß er mitseinen seltsamen Einfällen die ganze Haushaltung zu Grundrichten werde. Es ist wahr, sagte er lächelnd, daß derGewinnst an Gelde grösser war, als derjenige, den unsdie Feldarbeit 'verschaff; allein glaubt Ihr, daß ein sel-ber Gewinnst von Gott gesegnet seyn könne, der aus and,rer Leute Schaden erwachset? Habt ihr noch nicmal dasWeib eines lüderlichen Saüfers klagen gehört, wie un-glücklich sie durch die Schwelgerey ihres Mannes gewor-den ? Denkt ihr nicht, daß das Elend solcher Haushaltun-gen zu Gott um Rache schreyt über die Wirthe, die ihnhiezu gereizt haben? Die Kinder solcher Weinschenke ge-wöhnen sich an lüderliches Leben, sie verlieren die Lustzur Arbeit, und indem sie gewohnt werden, bey fremdenSachen sich zu bereichern, so werden sie betriegerisch undboshaft. Wollt Ihr, daß unsre Kinder in gleiche Gefahrkommen und daß sie einst in einem Tage mehr durchjagen,als sie in zwanzig Tagen mit diesem niederträchtigen Ge-winnste erwerben? Thu, was du willt, war die Antwort;immer muß es nach deinem Kopf gehn.

Eine andere Quelle des Verderbens in den Haushal-tungen entdeckte Kleinjogg in der Gewohnheit, bey Kind-tauffen, Iahrwechsel u. s. f. die Kinder zu beschenken.Diese Geschenke, sagte er, kommen meistens niemand zugute; sie erheischen Gegengeschenke und gewöhnen zur Ei-telkeit und zu einer sträflichen Neigung, auf andre Weiseals durch Arbeit Vortheil zu suchen Er machte sich alsoein Gesetz, weder von Gevattern noch Verwandten, »ochirgend jemand Geschenke anzunehmen und auch keine zugeben, als würdigen Armen. Die Allmosen gegen Unwür,Lige erklärt er als Verderben des Volkes und rechnet sieden Gebern zur Sünde. Seine Kinder haben nun keine