„viel ich wieder gewonnen hatte; fühlte, was mir am»leichtesten und vorzüglich gelang; beobachtete, welche DB„le mir noch die meisten Schwie-igkeiten machten, uttd be'» kam so die Anleitung, worauf ich vorzüglich wieder z»» arbeiten harte. Zugleich faßte ich neuen Muth, wen»»ich fand, daß Schwierigkeiten wieder verschwunden M„ren, und ich mich besser aus der Sache gezogen hatte,»als ich hoffte; nnd zugleich gab ich so meiner Einbildung^»kraft Nahrung und Kühnheit. — Bey dem allem hab ich» mir zur Reget gemacht, immer mit dem versehen zu seM»was zum Zeichnen nöthig ist, ich mag seyn, wo ich will,„ nicht allein aufReisen und Spaziergänger!, sondern a»eh»zu Haus und in der Stadt. Man vergißt oft etwas, nur„ weil man zu nachlässig ist, von einem Zimmer ins andre»zu gehen, Um das benölhigte zu holen. — Ein Gedanke,»im ersten Feuer gedacht, wird auch im ersten Feuer aM» besten entworfen. —
» — Eine Beobachtung muß ich nicht vergessen, die»ich aus eigener, vielfältiger Erfahrung weiß, wie sehr e§„nämlich den Muth erfrischt und wie oft es mich von neuem»begeistert hat, wenn ich die Geschichte der Kunst und
» der Künstler lese.-Noch einen wichtigen Rath
» muß ich dem Künstler andringen: die Dichtkunst ist die» wahre Schwester der Mahlerkunst. Er unterlasse nicht„ die besten Werke der Dichter zu lesen; 6c werden seine» Einbilduugskraft mit den schönsten Bildern bereichern.»
— So weit das geßnerische Sendschreiben im Aus-zug. Ohne Zweifel ist es unnöthig noch viel von den Le-benSumständen und von dem Sitten-und Kunst-Charak-ter dieses Lieblings jeder Grazie zu sagen. Seinen Cha-rakter hat er in obigem Sendschreiben und in seinen Wer-ken am besten gemahlet. Einige seiner wichtigsten Zeich-nungen hat Fueßlin in der helvetischen Künstler-Geschichtebeschrieben. Und wenn irgendwo Füßlin behauptet, daß