Band 
Zweyter Band.
Seite
163
JPEG-Download
 

rurükkain. Kurze Zeit, kurz wie sein Leben — aber auchlang wie dieses! — lange für den Tugendhaften, Kennt«nißreichen, sich selbst durchaus und allenthalben empfeh-lenden Jüngling, der nicht etwa mit dem eingeschränktenBlick des Fachgelehrten, sondern als Weiser, der wasimmer nützlich und brauchbar ist, umfaßt — reiste. SeinZweck war, Menschen aller Art, besonders aus den ge-lehrten und höher» Ständen kennen zu lernen; mit denMeßten Menschen wo er sie träffe, genauere Bekanntschaftin machen; der Länder und Völker moralischen und poli.lochen Zustand zu untersuchen; in Italien besonders diellrkunden schöner Zeiten, die Denkmäler dessen, wasGenie und Kunst der Menschen auf ihrer höchsten Stuffehervorbringen konnten, zu studieren.

Wie treflich er alle diese Endzwecke erfüllt hatte, da-von zeugten schon die Briefe, die er von seiner Reise anleine Lehrer und Freunde, Bodmer, Joh. Gcßner, Stein,lwüchel, Sal. Geßner, Füßli u. a. schrieb, und jedendieser Männer mit seinem besondern Fach unterhielt.

Vier Monate brachte er nach seiner Abreise von Zü-rich, in Genf zu, benutzte den Unterricht und Umgangder damals sehr berühmten dasigen christlichen Lehrer undPrediger, besonders VernetS. Moulton dieser Mann nachdem Herzen RousscauS, und Roustan wurden seine genauenFreunde mit denen er nach seiner Zurückkauft, lange Zeiteinen vertrauten Briefwechsel unterhielt, der vorzüglichRxus-seau zum Gegenstand hatte.

Von Genf reißte er über Turin, Mavland, Parma,nach Bologna, der Stadt, der er unter allen italienischenStädten in Absicht auf Sitten und Gelehrsamkeit denBorzug gab; von da auf Florenz, wo er die unbenutzt lie-Senden reichen Schätze der Kunst und Gelehrsamkeit be-tvaurte. Hier, so wie schon früherm Genf, ließ er sich

Lr