Band 
Zweyter Band.
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die Zeit und Geduld federnde Arbeit nicht dauretl, sichoder seinen Zürcher Freunden, wichtige Handschriften deröffentliche» Bibliotheken selbst zu kopieren. Eine kleineAnekdote aus dieser Zeit, die er mir einst erzählte , kannwenigstens auf den bescheidenen Charakter unsers Reisen*den einiges Licht werfen. Als er den Garten der botani-schen Akademie zu Florenz besah, zeigte ihm der Profes-sor eine damals noch neue nnd wenig bekannte Pflanz«'die Usteri aber sogleich mit dem Linneischen Namen be-nannte ; worauf er dann ohne weiterö zum Mitglied derSozietät eingeladen, und ihm das Diplom eines Ehren-mitglieds verheißen ward; er schlug aber die Ehre, alsihm gar nicht zukommend, aus; und erbat sich dieselbe fürseinen ältern Bruder, der eigentlich botanische Kenntnissebesässe.

Von Florenz kam er nach Rom, dem ewig liebsten,schönsten Theil seiner Reise, von dem er so gern erzählte,an den er nie ohne fröhliche Rührung dachte. Hier trafer in Winkelmann einen neuen grossen Lehrer und Freund'.Von ihm schrieb er an einen seiner Freunde, der zwey Jah-re später nach Rom reiste: ,, Umarmen, umarmen Sie--ihn für mich, auf das allersreundschastlichste, diesen„ mir lieben theuren Mann, und sagen Sie ihm , daß ich„mein Lebrag nicht vergessen werde, wie vielen Dank ich„ihm für seinen Unterricht schuldig bin; die Tage, die„ ich mit ihm zubrachte, sind mir schöne Tage, sie glän-„ zen unter den Tagen meiner Jugend, und wenn ich„alt werde, so werden sie mich im Alter ergözen. Las-„srn Sie mir von einem guten Zeichner in Rom, sein„ Portrait nach dem Gemählde zeichnen, das er in fti-„nem Zimmer hat, daß ich eS in meinem Studierziin-„mer aufhänge.» Die Briefe, die Winkelmann an Usterichrieb, bezeugen die grosse Achtung und Freundschaftdieses Mannes gegen ihn. Sie sind in der Sammlung