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Wir nicht, wie es ihm möglich gewesen, in seinen seltener»Erholunsstunden grössere Werke hervorzubringen als man-cher, dessen Beruf und Hauptgeschäffr die Litteratur ist-Für keine Wissenschaft hatte er ausschließende Neigung;alles Mißbare reizte ihn gleich stark; für jeden grossenMann in jedem Fache war seine Seele mit Hochachtungerfüllet. Wenn er Schriftsteller worden, so geschah es al-lemal bey besonderer Gelegenheit und zu besonderer Ab-sicht ; nicht bloß als CabinetS- oder Catheder - Gelehrter,vielmehr als Mensch und als Bürger war es, daß er dieFeder zum Schreiben ergriff, und so ward er Autor, wiees die römischen und griechischen Klassiker geworden ^eben deßwegen finden wir in sein n Schriften das Geprägder Menschheit und des Patriotismus; in denselben ath-met populäre, socratische Weisheit, immer genau angepaßtauf Zeit, Ort und Personen, ganz von jenen Schul-Chrier»und Gemeinplätzen schriftstellerischer Mietlinge verschieden.
Dichtkunst war sein Labsal: bey außerordentlichen Em-pfindungen machte er seinem Herzen Luft, indem er das-selbe in Gedichte ergoß; daher kömmt es, daß sich durchdaS Individuelle und Originale, durch immer neuen undeigenthümlichen Schwung unterscheiden. Voll von Ideenund Bildern, fortgerissen von dem kühnen, poetischen Stro-me , fehlte es dem Verfasser an Zeit und Geduld, langean dem Rhytmus zu feilen. Nicht Kunst, nicht Autorsucht,sondern das Her; allein war es, welches sein Genie re-gierte. So entstanden die Empfindungen des Frühlings im
l. i7;->. durch die Freude veranlasset, die ihm Kleists Ge-dicht verursachte — so die Empfindungen bey Betrachtungder Schöpfungswerke im 1 .1751. — so die Seligkeit ehli-cher Liebe im I. i7?t. bey der glücklichen Verbindung sei-nes Bruders. - Andere Gedichte, sowol von lyrischerGattung als, in dem Geist der horazischen Episteln scheinter aus einer für Las Publikum nachtheiligen Bescheidenheit
m. Pulc zu vergruben.