Band 
Zweyter Band.
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bald kci» Zunftmeister vor dem Scherbengerichte der un-bärtigen Kantons gestchert. So lächerlich indeß bevmanchem der blinde Eifer geworden, so viel Gutes quollgleichwol hie und da in der Gähnmg umer dem Schlamm?hervor. Beweis hievon die Wochenschrift des Erinnerers,an welcher vorzüglich auch Lavarer arbeitete;Wochenschrift, die mit Nachdruck thätiges Christenthumund republikanische Sitten beförderte. Schade, daßeinige als persönlich ausgedeutete Satyren und andrepolitische Umstände die Fortsetzung verhinderten! Na^Aufforderung der helvetischen Gesellschaft verfertigte erdie Schweizerlieder» in welchen hin und wieder derselbeHeldengenius athmet, womit die Voreltern im Schlacht-gewitter bey Laupen und Sempach Triumphe erfochten-Im Maymonat 1761. ließ steh Lavater zum Predig-amt weyhen. Im März 176;. machte er gelehrte Rei-sen mit seinen Freunden» dem scl. Felix Hcß und deinnoch lebenden Heinrich Füßli, von denen ersterer durÄdie Schrift über die moralischen philosophischen Predig-ten,' — letztrer aber als grosser Kuusimahler berühmtist. Unter Professor Sulzers Aufsicht gierigen sie nachBerlin. Einige Zeit blieb Lavater bey Svalding, bil-dete da seinen Geist und seinen Stil, und lebte selig?Tage bey dem vortrcflichen Manne. — Wie sehr er indem freyen Geist der berliner Theologen webte, und wie erdoch in seiner theologischen Denkensart von ihnen entferntwar, sieht man aus seinen Briefen an M. Bahrdt, dieim I. 176;. in Brcßlau gedruckt sind. Seither beson-ders seit dem Verluste seines philosophischen Freundes,Felix Hessen, schien er einiger Massen die betrctne Bahnzp verlassen. Je feuriger seine Einbildungskraft war,Lest» külhner und ausgebreiteter seine Wünsche und sein?Begriffe von seinen Chrisien-und Amtspstichten, je schwä-cher er sich zur Ausführung fühlte, desto durstiger ward