696 Raukenkohl.
Gärten angebaut. Doch mußten sie mkt ander»vermischt werden, weil sie allein genossen zu scharfsind. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, soriechen sie außerordentlich stark, fast wie verbrannteHaare. Allgemein muß bey den Alken die Mei-nung gewesen seyn, daß die Rauke das vorzüglich-ste Mittel sey, Liebcstranke zu bereiten. Cvlu-m e l l a und M arti al rühmen von ihr diese ge-heime Kraft, und Ovid , sonst eben nicht sehrstreng in diesem Puncte, warnt vor ihrem Genusse.Lobe! erzählt eine Klostcrgeschichte,, von dererAugenzeuge gewesen seyn will, mit wclcherKrastdiese Pflanze gewirkt, und fette, schläfrige, trageMönche, die sich kaum bewegen mochten, in diefeurigsten, unternehmendsten Jünglinge, voll glü-henden Muths gegen klösterlichen Zwang uwge-schaffen habe. Allein das Ganze scheint eine Er-dichtung zu seyn, dergleichen nur zu viele ausRechnung dieser Anstalten verbreitet worden sind.Auf Mauern, Schutt, steinigen und unangebau-ten Plätzen im südlichen Europa wachst die wildeRauke, oder der Raukenkohl, mit hobelförmigenBlättern, borstigem Stengel und ebnen Schoten,