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gegeben worden^), im Zahr 1639 nämlich, ward die jetzige weite steinerne Wendeltreppe (Schnecke) nicht ohnebedeutende Kosten erbaut und unten mit einer Thüre, oben mit einem eisernen Rundgitter verschlossen. Auchward am untern Ende der Treppe eine Thüre durch die Mauer gebrochen auf den Umgang hinaus, damit manauch von außen her auf die Bibliothek gelangen könne, ohne den untern Raum der Kirche zu betreten^).Nachdem der Bau mit Ende Herbstes beendigt war, wurde die Bibliothek aus der Froschau hieher gebracht,und am Neujahrötage 1634 zum ersten Mal Jedermann zur Schau ausgestellt^). Nun erst war jenerGedanke, eine „gemeine Bürger Bücherey" wie der damalige Ausdruck lautete, eine vitzliotlmea Hiurie6N8iumpuhlioa herzustellen, zur vollen Wirklichkeit gekommen. Aber nun nahm auch das thätige Interesse des Publi-kums für diese neue der Stadt eben so sehr zur Zierde als zum Nutzen gereichende Anstalt einen noch höhernAufschwung. Man wetteiferte die Bürgerbibliothek mit nützlichen und kostbaren Werken zu vermehren^).Und nicht nur die eigenen Mitbürger jedes Standes und Ranges förderten eifrig dieses Werk, sondern auchGelehrte und Staatsmänner aus andern Kantonen^), ja selbst angesehene Fremde^) bestrebten sich, auch von
23) Wovon im folgenden Neujahrblatte ausführlich die Rede sein wird.
24) Siehe das Neujahrkupfer von 1861 und 1689.
25) Siehe Wagners tust. bibl. liAnr. oivioas. 3 Abthl. §. 6. Damals wurden »och die mancherlei öffentlichen Festlichkeitenbeim Jahreswechsel — Zunstmahlzeiten, Stubenhitzengeschenke rc. am Neujahrstage selbst begangen.
26) So schenkten z. B. Bürgermeister und Räthe des berühmten Conrad Geßners Historia snimalinm in vier Foliobändcn mirkolorirten Bildern; ferner Joh. Stumpfen Schweizerchronik von 1847 in 2 Bänden; Martin Schroots Wappenbnch der ganzen Christen-heit in Europa, sol. 1581; mehrere theologische Werke berühmter Zürcher - und Baslcr-Gelehrten; endlich sechzig Bände juristische Werke -meistens Inkunabeln, welche bisher sämmtlich auf dem Nathhause gestanden hatten; dann erhielt die Bibliothek .— um nur einige derwichtigsten und werthvollsten Vergabungen von Privatpersonen hier anzuführen — von AntisteS Breitinger nebst Andsrm 4rislotelisOpera oinnia xraees, die Aldiner Ausgabe von 1495 in fünf Folibänden; von Schultheiß Joh. Bräm das Autographum der Stumpfi-schen Chronik; von der Familie Edlibach die sogenannte Kriegische Chronik nebst mehrern kleinern Manuseripten historische» Inhaltes;von Jkr. Heinrich Grebel, des Raths, das Autographum von Bullingers Neformationsgeschichte 1519 —1528; von ArchidiakonOswald Keller Rudolf Hospinians sämmtliche Werke; von Hr. Heinrich Müller, des Raths, dem Vater des Stifters derBibliothek, das erste Eremplar der deutschen Bibel A. Testaments, bei Chr. Froschancr 1528—1529 in 2 Foliobänden gedruckt (vibl.150. 151.) und das erste deutsche N. Testament. Zürich bei Hager 1524 gedruckt in 8. (vibl. 285.); von Amtmann Ulrich Oeridas Autographum der Chronik des Joh. Vitoduranus, und von dessen Sohn mehrere historische Manuscripte von Bullingers Hand; vonder Familie Orelli eine bedeutende Anzahl italienischer Bücher, worunter die große italienische Bibel von Antonio Lruoioli, Venoi.1542. kol. (kibl. 153. 154); von Hs. Heinrich Nahn, des Raths und Obmann, eine alte deutsche Bibel, zu Augsburg in Nc -galfolio gedruckt ohne Jahrzahl (vibl. 12.) (später, 1646 von Joh. Jakob Nahn, Oberst in königl. franz. Diensten, Libl. poIvAloitspsrisisusia 1645. in 10 Foliobänden (kit>I. 2—11.); von Haus Scheuchzcr, des Raths, die Bibel in gedoppelter lateinischerUebersetzmng von Robert Stephanus, zu Paris 1545 gedruckt; von Inspektor Joh. Wilhelm Simmler, die ganze Bibliothek desAntistes R. Gwalther; von Apotheker Martin Stocker, dessen Großvater von mütterlicher Seite her Antistes Bullinger war, einSchreiben der Johanna Gral? an Bullinger seinen zweiten Brief derselben an Bullinger schenkte 1680 Hr. Hs. Caspar Heß, des Raths,und einen dritten 1701 Hs. Caspar Stocker); von Inspektor Ioh. Wirz die Brennwald'sche Chronik; von I. Rud. Wolf das Lkro -oicon Otlonis Urisluxensis. User.; von Hans Ziegler Georg Bögelins Neformationsgeschichte von Konstanz 1519 —1531 nebstangehängtem sogenanntem Konstanzcrsturm 1548. User.; von Frau Anna Zwingli , Hs. Caspar Krämers sel. Wittwe, die sämmtli-chen Episteln Paul! griechisch, von Zwinglis eigener Hand 1517 abgeschrieben, u. s. w. Siehe das Album oder Donationenbuch derBurgerbibliothek Theil 1.
27) So z. B. die Professoren B. Turretin , C. Lorenz und J.Diodati (dieser eine italienische Bibel, 6enev. 1607. Libl. 118.), ShndikChateaunenf, Staatschreiber Gvdefroi aus Genf; Pros. Burtorf, Theob. Lulerburg, kais. Notar, und Andere aus Basel . Die Land-vögte I. I. Manuel und Tribolet, Stadtarzt Fabri aus Bern ; Ritter Melch. Lussi auS Unterwalden; die Edeln Ulysses und Die-tegen von Salis aus Chur, Ritter Andr. Brugger aus Bündtcn; der italienische Prediger in Zürich , Vincent. Paravicino aus Velt-lin; Joh. Paul aus Engadin , Dollmetscher des franz. Gesandten.
28) Unter Andern der edle Herzog Heinrich von Roh au, damaliger königl. französischer außerordentlicher Großbotschafter beider Eidgenossenschaft (eine zierlich auf Pergament geschriebene hebräische Bibel in kl. 8. (User. ll. 200) mit einem verbindlichenSchreiben), Hr. Olivier Flem ming, königl. großbrittanischer Botschafter bei den vier evangelischen Stände» der Eidgenossenschaft ;Hr. Peter von Brederode, Gesandter der Generalstaaten der vereinigten Niederlande bei den franz. Ständen in Deutschland undder Schweiz; Hr. Christoph Ludw. Rasche, königl. schwedischer Gesandter; Hr. Andrea Rosso, venetianischer Resident bei den