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Endlich haben wir noch des um dreißig Zahre jungem, allerwärts berühmten Collegen Wagners zuerwähnen, dessen literarische Thätigkeit überhaupt und dessen verdienstvolles Wirken für unsere Bibliothekzum Theil noch in diesen Zeitabschnitt fällt, sich aber auch weit in den folgenden hineinzieht, des großenGelehrten Z. Zakob Scheuch; er, N. vr., geboren im Zahr 1672. Obgleich auch er die Schulen undCollegien seiner Vaterstadt besuchte, so entwickelte sich doch sein Geist mehr durch sich selbst und unabhängigvon seinen damaligen Lehrern. Durch seinen Vater, den Stadtarzt Zakob Scheuchzer, ward die frühe inihm erwachte Neigung zu den Naturwissenschaften nach Kräften gefördert. Er widmete sich daher ganzder Natur- und Heilkunde, und bezog zu diesem Zwecke 1692 die Universität Altorf , wo er unter denProfessoren Wagenseil, Bruno, Sturm und den beiden Hofmann, Vater und Sohn, studirte. Von daging er im folgenden Sommer nach Utrecht , um die Professoren Vallan und Münik zu hören. Daselbsterwarb er sich auch den Doktorgrad, und reiste 1694 über Hamburg durch Nieder- und Obersachsen,Böhmen und Baiern nach Hause. Zm Zahr 1695 begab er sich aufs neue nach Nürnberg und Altorf ,um sich unter Sturm und Eimmart in den mathematischen Disciplinen zu vervollkommnen. Bei seinerRückkehr ward ihm in Zürich die Anwartschaft auf die Professur der Mathematik zugesichert, welche Stelleer dann 1710 erhielt, und vier Zahre später eine Besoldungszulage, damit er seiner Vaterstadt erhaltenbleibe, weil er durch Leibnitzens Vermittlung eine Einladung nach St. Petersburg als Leibarzt Peters desGroßen bekommen hatte, der er zu folgen entschlossen war. Schon 1696 ward er der hiesigen Bibliothek-gesellschaft einverleibt, die sogleich seine gelehrten Kenntnisse und feine Thätigkeit in Anspruch nahm.Wir beschränken uns hier für einmal nur auf seine weit weniger bekannte gelehrte Thätigkeit als Literar-historiker und Geschichtsforscher, da der folgende Abschnitt, in welchem wir wieder auf das Münz- undNaturalienkabinet der Wasserkirche zurückkommen werden, uns Gelegenheit geben wird, von seiner fürdie damalige Zeit ausgezeichneten Naturkunde zu sprechen, durch welche er sich den Namen eines zweitenPlinius erwarb^).
Schon in den ersten Zähren, da er Mitglied geworden, gelangte die Bibliothek durch seine Vermittlungzum Besitze von Hermann Conrings sämmtlichen Werken, von Mabillons Schriften äs i-e äixlomatieaund vielen werthvollen naturhistorischen Büchern. Er trug einen Catalog aller von Schweizer -Gelehrtenunter ihrem Namen und anonym herausgegebenen Schriften zusammen, verfertigte Verzeichnisse derManuskripte der hiesigen Stiftsbibliothek, der Engelberger und St. Galler Klosterbibliotheken, sowie einSachregister zu denjenigen auf unserer Bürgerbibliothek. Zn den Zähren 1701—1714 gab er unter demTitel: Nova literaria Helvetica eine Art schweizerischer Zahrbücher heraus, worin er die in jedem dieserZahre in sämmtlichen Schweizerkantonen herausgekommenen Bücher und einzelnen Schriften nach ihrenTiteln anzeigte, oft -mit beigefügten kurzen biographischen Notizen über ihre Verfasser. Er schrieb eingeographisches Lexikon der Schweiz in neun Folianten und veranstaltete die große unter seinem Namenbekannte Karte des Schweizerlandes. Er legte sich auch auf die Heraldik^), vornämlich aber beschäftigteer sich mit der vaterländischen Geschichte und Diplomatik oder Urkundenwissenschaft"). Er schrieb eine
55) Ausführliche und gründliche biographische Notizen über Scheuchzer finden fich sowohl in dem zu Neuchatel herausgekommenenblereure Suisse, Isnvior 1734 (von seinem vertrauten Freunde Louis Boargenet. Professor der Philosophie und Mathematik inNeuchatel ), als in dem Programm der Zürcherischen Kantonsschule 1844 (von Herrn Oberlehrer I. Hörner.)
56) Es finden sich in seinem Nachlasse mehrere Bände Schriften zur Heraldik dienend, worunter zwei, Wappen und Sigille ent-haltend. Er war auch im Besitz einer merkwürdigen, alten, wohl ins XIV. Jahrhundert hinauf reichenden, etwa 14 französischeFuß langen aber sehr schmalen in- und auswendig mit einer zwiefachen Reihe gemalter Wappen versehenen pergamentenen Wappenrolle,welche die Bibliothek in der Folge von seinem Neffen geschenkt erhielt.
57) Letztere betreffend ließ er 1730 ein Foliohest Zpeoimen Xipdubsti ei äiplomsiibus et eorlieidus Idurieensidus in Kupfergestochen erscheinen.
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