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Sammlung aller Inschriften der Schweiz in vier Quartbänden, und eine Briefsammlung in zwölf eben-solchen Bänden. Alle diese Sammlungen in 119 Quartanten, zugleich aber die gesammte Bibliothekvon ungefähr dreitausend Bänden, wurden nun Eigenthum unserer Anstalt, eine Bibliothek, die neben denWerken der besondern Wissenschaft ihres Besitzers, die sie fast ohne alle Ausnahme ausweist, das gesammteAlterthum, zugleich aber auch die Theologie, besonders die exegetische und ascetische, seiner Zeit umfaßt,und durch die gewaltige Masse ihrer Bände hindurch fast bei jedem einzelnen in Noten oder Strichenvon feiner festen und saubern Hand die Spuren des einläßlichen Gebrauches zeigt. Mit der Bibliothekhatte Steinbrüche! auch die Büste seines Schwiegervaters der Stadtbibliothek vermacht, und die Witwefügte nun auch diejenige ihres Gemahls hinzu, °°) bei welchem wir ebenfalls noch einige Augenblicke zuverweilen uns verpflichtet finden, da er, wenn auch weniger in weiten Kreisen berühmt als Hagenbuch,durch seine Persönlichkeit ungemein viel fruchtbarer wirkte, und die Reihe der verdienstvollen Gelehrtendes vorigen Jahrhunderts aufs würdigste abschließt.
Johann Jakob Steinbrüche! war geboren 1729, verlebte seine erste Jugend auf dem Lande,erst zu Schönholzeröweilen, dann zu Sax, wo er die erste Bildung von seinem Vater empfing, und kamdann in die Schulen der Vaterstadt, wo er bald Hagenbuch's Schüler wurde, noch inniger aber sich anBreitinger anschloß, dessen Rath und Hülfe er unter der offensten Darlegung der ihm noch mangelndenKenntnisse sich erbat und zur wirksamsten Förderung genoß. Durch eisernen Fleiß auf dem Felde derWissenschaft immer weitere Strecken erobernd, und zugleich von sehr Hellem Geiste und voll jugendlichenFeuers, trat er bald in den Kreis der jungen Männer, welcher Zürichs geistige Blüthe in sich ver-einigte, entging übrigens auch der Verkennung bei den ängstlichen Gemüthern nicht, welche den neuenAufschwung, zumal in geistlichen Dingen, befeindeten. So fand er auch, nachdem er 1751 ordinirtwar, längere Zeit keine erwünschte Stellung. Die 1752 übernommene Predigerstelle bei einer Waldenser-gemeinde zu Pinache in Würtemberg gab er 1756 wieder auf und kehrte nach Zürich zurück, erhieltober, ohne Familie und mächtige Gönner, erst 1763 eine Anstellung am Gymnasium. Allein in dieserZwischenzeit schuf er sich selbst einen belohnenden Wirkungskreis durch Privatunterricht, welchen erbesonders in den alten Sprachen und der Philosophie ertheilte, und zwar mit solchem Erfolge, daßbald die Söhne der ersten Familien sich zu ihm drängten, und seinen Unterricht genossen zu haben alsdie beste Empfehlung für den Dienst des Staates oder der Kirche galt. Und als er nun, erst als Pro-fessor des Hebräischen, dann der Eloquenz und Philosophie, endlich feit 1769 des Griechischen undLateinischen , am LoIIegium Uumanitgtiz den öffentlichen Unterricht ertheilte, da brach überall durch ihneine neue Zeit in diesen Studien an. Unübertrefflich in der Gabe, sich die Gemüther der Jünglinge zu
kpistoiso esiigrapluezs sä äosnnem liouliisrium Xnt. Orano. Oorium, welche Hagenbuch dem ältern Blaarer dedicirke, dessengewitzter Eifer an allen solchen Forschungen Antheil nahm. — Ein besonderes Interesse für die Stadtbibliothek hat auch die Erklärungdes Diptychon des Consuls Areobindns (aus dem VI. Jahrhundert), und die Beschreibung, wie sich dessen beide getrennte» Hälftenaus dem Erbe des berühmten I. H. Hottinger wieder zusammen fanden, im Anhang der Schrift: ve viptFeiio krlxisno epistol»epigrsptiics. Vol. Vuriei 1749. (Seine Hälfte vermachte Chorherr Jacob Geßner der Bibliothek 1787. Jetzt verwahrt die anti-quarische Gesellschaft das Ganze.)
57) S. das Verzeichniß bei Oeelli, Inzcriptionum ealiosrum seil. smpl. eolleetto (II. 1'urici 1828) psz. 19in welchem Werke überhaupt Hagenbuch's Schätze der Mitwelt wieder aufgeschlossen werden.
58) Die Sammlung füllt, ohne die eigens verwahrten Handschriften, vier Nepositorien des großen innern Büchersaales: XIX.XX. XXI. XXII. (Dem ersten und letzten sind späterhin noch andere verwandte Erwerbungen beigefügt worden.)
59) Noch mag erwähnt werden, daß vor wenig Jahren die Bibliothek ganz unvermuthet auch in den Besitz eines Gemäldesgekommen, das sich nach entferntem Staub der Jahrzehnte als ein sehr gut gemaltes Bild Hagenbuchs erzeigte und nun wieder indas verdiente Licht gestellt worden ist.
60) Die erstere trägt die Inschrift: 10. 0X8k. »X0elWVciIIV8. » 8V8XXXX. kieiX. L1. 00X1- !> 10. 1X0.8HilIXKirV0IIi;i,IV8. I>IL. kkO. lWkiro. i-xt). Die letztere: 10. ixe. 81LIXIikvcllLI.IlI8. II eoxillo. ori.VIVO II 8V8XXXX Iixokxnvcn. !> VXOK. eeeiv