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Geschichte der Wasserkirche und der Stadtbibliothek in Zürich / von Salomon Vögelin
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gewinnen, und ihren Studien in und neben der Schule sich aufs einläßlichste widmend, entzündete er inihnen solchen Eifer, daß selbst' in den Ferien alle in der Stadt anwesenden sich Privcttlectionen von ihmerbaten, und leistete zugleich im Umfange des Stoffes, den er mit seinen Schülern behandelte, und derKenntnisse, die sie erwarben, das'vor und nach ihm niemals Erreichte. Auch an der früher berührtenReform der Schulen nahm er mit Brejtinger und Usteri thätigen Antheil, und arbeitete namentlich gleichdem letztern mit Eifer und Erfolg an der Gewinnung der ältern Lehrer für die neue Methode. Zm Jahr1776 zum Professor des Griechischen und der biblischem Hermeneutik am obern Gymnasium erwählt, womitdas Canonicat verbunden war, widmete er neben fortgesetztem Fleiß im öffentlichen Unterrichte noch mehrZeit seinen Studien, welche er auch über Philosophie, besonders über Geschichte, ausdehnte. Als Schrift-steller trat er nur selten auf, hauptsächlich mit der Uebersetzung einiger griechischer Trauerspiele undPindarischer Oden,6') welche neben eindringendem Verständniß der Urschrift und klarer Anschauung desAlterthums eine nach bald hundert Zähren noch edel und schön erscheinende Sprache auszeichnet. Vonseinen handschriftliche» Studien bewahrt die Stadtbibliothek, in deren Gesellschaft er 1758, in den engernConvent 1778 eintrat, manches Werthvolle; das schönste Denkmal aber hat er sich in den Gemüthernseiner Schüler^) gestiftet, von denen noch heute manche der ältern leben und bemüht sind, auch denkommenden Geschlechtern den Namen dieses seltenen Lehrers zu ehrendem Gedächtniß zu überliefern.

So waren die neuen Räume, kaum eröffnet, schon mit den reichsten Schätzen, von heimischem Ver-dienst erworben, ausgestattet: das Zimmer der Berathungen des leitenden Conventes schmückten nebenden Bildern der ersten Reformatoren und der Bürgermeister der nächsten Vergangenheit zu denen indemselben Zahre 1796 noch das des letzten Bürgermeisters der alten Zürich , Junker David Wyßen,geschenkt worden war die Brustbilder der vier großen Lehrer und des gefeierten Dichters:^) und sostand die Bibliothek voll innern Werthes und äußerer Würde, nach ihrer abermaligen Erweiterung, auf'serfreulichste da, nicht die letzte Zierde des Staates, dem nun bald ^vor der Uebermacht der Zerstörungin Trümmer zu sinken bestimmt war, und seinen Bürgern wie seinen Regenten ein Helles Zeugniß geistigerGröße, die auch den Umsturz äußerer Formen siegreich überdauert.

61) Zuerst erschienen anonym:Electra. Ein Trauerspiel des Sophokles. Nebst Pindars erster Ode. AuS dem Griechischen.8. Zürich , bei Geßner. 1759." Mit einer Vorrede von S. Geßner.Oedipus, König von Thebe. E. T. D. S. N. Pindars

zweiter Ode. Aus b. G. von dem Nebersetzer der Electra. 1759." - Philoctetes -Pindars III. Ode. - 1760."

Antigone Pindars IV. und V. Ode. ,A. d. G-.V. d. Ue. des Oedipus . 1760." Dann mit Steinbruches Namen beider Vorrede: »Das tragische Theater der Griechen. Des Sophokles Erster Band" (die obigen Stücke überarbeitet) undDesEuripides Erster Band (Hecuba , Jphigenia in Aulis, Die Phönicierinnen, Hippolytus). 8. 1763."

62) Der vertrauteste dieser Schüler, der geistige Sohn Steinbrüchels und Erbe seiner Verdienste, zugleich sein Nachfolger inseinen Aemtern, I. I. Hottinger, hat die Verdienste' Steinbrüchels in beredtem Vortrage geschildert in seinem ^croams cke I. I.8l.einbrzwdel!o. 8. luriei. 1796. Das Historische dieser Schrift hat Herr I. C. Heß, V. I). N. (zu Genf ) übersetzt in der Charakteristik Joh. Jakob Steinbrüchels. 8. Zürich 1797."

63) Dort nämlich waren ursprünglich dieselben aufgestellt, bis sie bet veränderter Bestimmung dieses Zimmers in den unternRaum der Kirche versetzt wurden, wo sie nun auch wieder, um Heidegger» versammelt, einen würdigen Platz einehmen. Daübrigens die einzelnen Zimmer des neuen Helmhauses keine künstlerische Ansicht dargeboten hätten, so wurde für das Titelknpfcr dieAnsicht der Kirche mit dem Blick auf jene gewählt, wie sie gegenwärtig sich darstellt.