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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
Entstehung
Seite
4
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Die Vertiefungen und Erhabenheiten, welche an der entgegengesetzten ebenen Flache gegen den Rand zu liegen,zumahl an der linken Seite (die Masse von dieser Fläche betrachtet) der obern Hälfte, gleichen ziemlich jenen der vori-gen Fläche, nur sind erstere seichter, minder ausgeschweift in ihrem Umrisse, und haben wenigere und breitere Ein-drücke, oder gleichen vielmehr selbst bloß aneinander stoßenden größeren Eindrücken, und die zwischen ihnen liegendenErhabenheiten sind auch nur wenig erhaben und rippenartig, und vcrflächcn sich mehr nach Art jener, welche einzelneseichte Eindrücke zu begränzen pflegen. Die drey großen ausgezeichneten Vertiefungen aber, welche in und gegen dieMitte, zumahl der untern Hälfte, dieser Fläche liegen, unterscheiden sich sehr von allen übrigen, und zwar nicht nurdurch ihre Größe, indem die größte über st .Zoll im Durchmesser mißt, und durch ihre geringe Tiefe, indem eben dieseVertiefung an der tiefsten Stelle kaum 6 Linien unter die horizontale Ebene der Fläche reicht , sondern vorzüglich da-durch, daß sie keinen runden, sondern einen unregelmäßigen, obgleich wenig ausgeschweiften Umriß, und sehr seichte,kaum merkliche, aber große und breit verlaufende, gleichsam in einander fließende Eindrücke haben, und daß sie, ein-zelne Stellen ausgenommen, wo sie an tiefere Randeindrückc gränzen, von keinen rippenartigen Erhabenheiten begränztsind, sondern schief aufsteigend, allmählich in die ziemlich horizontalen Ebenen, die zwischen und an ihnen liegen, unddie an den meisten Stellen selbst etwas weniges ausgehöhlt sind, übergehen (i).

ja selbst i>» qualitativen und quantitativen Verhältnisse der Gemeng- und Bestandtheile zwischen manchen Meteor-SteinenStatt, als zwischen jenen Massen. Ein in der mineralogischen Diagnostik geübtes Auge dürfte zwischen einem etwas grobkörnigen, eisenschüssigen Sandsteine, und einem etwas dichten, porphyrartigen BimSsteme wohl kaum mehr Verschiedenheit auffin-den können, als z. B. zwischen den Meteor-Steinen von Eichstädt und von Stanncrn. Und doch laßt sich zwischen diesen letz-tem durch eine Reihe von Zwischengliedern, welche die allmähliche Abänderung des Aggregats - und Eohäsions-Zustandes,und die graduelle Zustandsveränderung mancher einzelnen Gemcngtheile und deren allmähliches Hervortreten versinnlichen, einaugenscheinlicher Uebergang nachweisen, welches zum Theil bey Erklärung der siebenten Tafel geschehen wird, und bey einerkünftigen Veranlassung umständlicher geschehen soll.

Keine Verwandtschaft von Gattungen terrestrischer Fossilien versinnlicht wohl den Begriff einer Sippschaft (wie ich mich sehrbald überzeugte, und daher dieses Ausdruckes schon bey Gelegenheit meiner Beschreibung der mährischen Aerolithen in Gil-b ert's Annalen 1808 bediente, als ich zuerst auf die viel zu wenig beachtete Verschiedenllxir der Meteor-Steine überhaupt,und auf die doch zwischen ihnen bestehende Verwandtschaft vorläufig aufmerksam machte), selbst ganz rein oryktognostisch ge-nommen , deutlicher, und bey weitem keine zeigt so ausgedehnte Gränzen und so heterogen scheinende Extreme bey so allmähli-chen Uebergängen, als die der Meteor-Massen, und bey keiner Verwandtschaftsstufe terrestrischer Fossilien ist die Construirungeiner so genannten Suite, in W erner's Sinne, zu ihrer vollständigen Erkenntniß nothwendiger und an sich interessanterund lehrreicher.

Die Betrachtung der Meteor-Massen von dieser Seite, nähmlich von Seite ihrer so wesentlichen Verschiedenheit von ein-ander, welche bisher, wie nun auch Chladni bemerkt, so wenig berücksichngt wurde, obgleich noch weit auffallendere Bey-spiele, als das oben angeführte (z. B. die unter sich sowohl als von allen übrigen noch weit mehr als jene, und in vielfachenBeziehungen abweichenden Meteor-Steine von Alais, Chantonnay, Erxleben, Langres ), Aufmerksamkeit hätten erregen sol-len, und nach dieser ihrer Versippung unter einander: möchte wohl, wo nicht über den Ort, doch über die Art ihrer ur-sprünglichen Entstehung und Bildung, und über manche, noch lange nicht befriedigend erklärte Erscheinungen bey ihrem Nie-derfalle, einiges Licht geben, und vielleicht selbst manche unserer geognostischen und oryktognostischen Ansichten berichtigen.

(i) Die auffallende Verschiedenheit dieser Fläche von der entgegengesetzten, welche offenbar zeigt, daß auch solche Massen wäh-rend ihres Nicderfallens noch eine wesentliche- sey eS auch nur eine oberflächliche Veränderung erleiden, wovon bey denMeteor-Steinen, wenn sie auch noch so kleine Bruchstücke der zerplatzten Feuerkugel sind, die um und um sie umgebendeRinde den Beweis liefert, wäre hier schlechterdings nicht zu erklären, zumahl sie nur einen Theil, wenn gleich den größer»,derselben betrifft, wenn man nicht annähme, was auch höchst wahrscheinlich ist, daß diese Fläche, oder vielmehr bloß jenerTheil derselben, erst später gebildet worden, und zwar durch Lostrcnnung jenes zweyten zugleich hcrabgefallenen kleineren Stü-ckes, während dem Niederfallen, entstanden sey. Da jedoch dieses Stück nur >6 Pfund, demnach kaum den vierten Theildieser vorhandenen Masse, gewogen haben soll, jener Theil dieser Fläche derselben aber, welchen sie nach obigem bedeckt habenmüßte, eine Ausdehnung von 10 bis 12 Zoll an Länge und 4 bis 7 Zoll an Breite hat; so müßte jenes Stück sehr flach, undkaum einen Zoll dick gewesen seyn. Es heißt nun zwar in der Urkunde, dasselbe sey viel kleiner alö die eingesendete Haupt-masse gewesen, doch wird auch darin erwähnt, daß dasselbe eine bey 2 Ellen weite, also eine selbst noch größere Spalte alsjene, m die Erde gemacht habe, folglich wenigstens nach einer Richtung eine beträchtliche Ausdehnung gehabt haben müsse;auch erhellet aus der Urkunde, daß dasselbe zerstückelt worden sey, indem die Untersuchungs - Commission nur einen Theil davon erhielt: das Stück muß demnach wirklich sehr dünn gewesen seyn, sonst wäre eine Zerstückelung oder auch nur Theilungdesselben, bey der bekannten außerordentlichen Zähigkeit solcher Massen, nicht leicht möglich gewesen. Daß aber außer diesemStücke noch mehrere sich losgetrennt haben und unbeobachtet niedergefallen seyn sollten, ist wohl nicht wahrscheinlich, da soviele Augenzeuge» auf dem Platze waren, die Feuerkugel im Zerplatzen, und die beyde» Stücke, in welche sie sich theilte, imNiederfallen gesehen, und das eine Stück selbst auf 2000 Schritt Entfernung (und eine noch größere Entfernung vom Punctedes Niederfalls der Hauptmasse, folglich eine noch mehr parabolische Richtung im Falle eines Stückes ist, bey der geringe»Höhe, auf der die Feuerkugel, wenigstens im Momente des Zcrplatzens, gestanden zu haben scheint, und bey der allenfalls