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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
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Steines nicht nur sehr regelmäßig als verschobene und ungleichseitig vierseitige Pyramide mit durch drey Flächen zuge-spitzter Endspitze, sondern auffallend übereinstimmend mit jener des auf der vierten Tafel vorgestellten großen Steinesvon Stannern, um so mehr, als die Grundfläche ebenfalls ein ähnlich verschobenes Viereck mit einer stark vorspringen-den Ecke gebildet zu haben scheint, und. die Endspitze durch eine ähnliche Richtung und Ausdehnung der Zuspitzungs-flächen ebenfalls aus dem Mittel gerückt ist, und durch die zwey breitem gegen über stehenden Zuspitzungöflächen zu ei-ner Kante gebildet wird.

Die vorhandenen, mit Rinde bedeckten Seitenflächen, stehen ziemlich senkrecht auf der als Grundfläche betrachte-ten Bruchfläche: die eine, breiteste, ist fast eben; die nächste, kleinste von allen, welche mit voriger unter einem Win-kel von etwa 80° jene gemeinschaftliche Kante bildet, auf welche die Zuspitzungsfläche aufgesetzt ist, ist etwas concav;die dritte, welche unter einem sehr stumpfen Winkel von beynahe 135° mit letzterer zusammen stößt, ist etwas gewölbt.Die eine auf die Kante aufgesetzte Zuspitzungsflache bildet ein auf eine Ecke gestelltes Rhvmboid, ist die kleinste und et-was vertieft; die beyden andern sind breiter und größer, sehr unregelmäßig gestaltet, und, zumahl die eine, fast ganzeben. Sie stoßen unter einem Winkel von 90° in die gemeinschaftliche Endkante zusammen. Alle Flachen haben nurwenige, kaum bemerkbare, seichte, kleine Eindrücke ( 1 ).

Die Rinde ist besonders zart und dünne, beynahe kohlschwarz, etwas ins .Graue ziehend, von wenigem und mat-tem, aber etwas seidenartigen, stellenweise schimmernden Glänze, und von gar keinem Ansehen, das einen Metallgehaltverriethe. Sie ist übrigens sehr zart rauh, fein und eng, kurz und verworren, runzlicht-aderig, und voll zarter Nisse,welche unregelmäßige Felder bilden. Sie hat die meiste Aehnlichkeit einerseits mit der Rinde an den Steinen von Lissa,Agen , Uork, andererseits mit jener an den Steinen von Parma und Benareö, und zeigt überhaupt von demgeringen Metallgehalt der Masse, welchen auch das specifische Gewicht vermuthen läßt ( 3,3 bis 3,4). Sie gibt amStahle nur schwer und schwache Funken, und wirkt auch nur schwach auf die Magnetnadel, kaum auf ^ Linie Ent-fernung.

Die Abbildung zeigt diesen Stein auf die eine, als untere End- oder Grundfläche betrachtete Bruchfläche aufge-stellt, von der gemeinschaftlichen Kante, in welche die einen zwey mit Rinde bedeckten Flächen zusammen stoßen, undauf welche die eine Zuspitzungöflache aufgesetzt ist, die mit den beyden andern breiter» , welche schief auf den Seitenflä-chen aufsitzen, die kantige Endspitze bildet.

(>) Die kaiserl. Sammlung besitzt außer diesem »och zwey vollkommen ganze, obgleich nur sehr kleine Steine von dieser Begeben-heit. Der eine, um und um mit vollkommener, und nur an einer Ecke mit unauSgebildeter Rinde bedeckte, der nur einQuentchen wiegt, zeigt der Form nach, trotz seiner Kleinheit, eine auffallende Aehnlichkeit mit den beschriebenen Steinen vonLabor und von L'Aigle , indem er, selbst hinsichtlich der gewölbten Grundfläche, und der einen stark vorspringenden Ecke, eineähnliche, verschoben und ungleichseitig vierseitige, abgestumpfte, niedere Pyramide bildet. Der andere, etwas größere, von2 ^ Quentchen am Gewichte, der nur an einem Ende etwas verbrochen ist, und an einer Fläche und an zwey andern kleinenStellen unvollkommene Rinde zeigt, hat eine Form, die sich jener des nächst zu beschreibenden Steines von Lissa sehr nähert.Die Rinde an diesen beyde» Steinen, hie vielleicht lange dem Einflüsse der Witterung ausgesetzt waren, zeigt, obgleich sieebenso dünne, zart und rissig ist wie an dem oben beschriebenen, durch das ganz matte Ansehen und eine mehr braune, mitRostflecken gemengte Farbe, einige Aehnlichkeit um jener der Steine von L'Aigle