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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
Entstehung
Seite
28
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östlich von der Kirche von S tailliern, und etwa 3000° vom äußersten Puncte in N., und etwa 4000° vom äu-ßersten Puncte in S., wo die entferntesten Steine gefallen waren), auf ziemlich festem Boden, flach aufliegend undnur sehr wenig in die Erde eingedrungen, gefunden. (Situativns-Plan Nr. 45.)

Es ist derselbe vollkommen ganz, und durchaus mit Rinde bedeckt; nur an ein paar kleinen Stellen ist diese et-was abgeschlagen, und an dem einen Ende ist ein kleines Stück ausgebrochen, doch so, daß der Verlust an Massekaum auf 1 Loth angeschlagen werden kann.

Der Umriß des Steines ist eyförmig, mit stark abgestumpften Enden; er bildet aber eigentlich ein vollkommenes,nur etwas ungleichseitig dreyseitigcö, gegen die beyden Enden verschmälerteö Prisma, und stellt solcher Gestalt ein Seg-ment eines Eyes vor.

Er zeigt nähmlich drey Hauptflächcn, die unter ziemlich spitzen Winkeln zusammen stoßen, und ziemlich scharfe Kan-ten bilden, und von welchen die etwas breitere cvnvcr, und die beyden andern ein wenig vertieft sind. Nach den bey-den Enden hin verschmälern sich diese Flächen, aber ungleich, so daß die konvexe mit einer der concaven mehr nach

dem einen, die andere concave mehr nach dem andern Ende zu abnimmt. Die beyden Enden sind stark abgestumpft,

und durch eine Fläche geschlossen, so daß man diese als End-, jene als Seitenflächen betrachten kann.

Die eine dieser Endflächen, die man als die größere und regelmäßigere, als die Grundfläche dieses Steines an-sehen mag , ist flach, nur etwas vertieft, und bildet ein vollkommenes, aber stark verschobenes, und sehr ungleichsei-tiges Viereck; drey Ecken desselben entsprechen den Seitenkanten, und folglich die Ränder den Seitenflächen, die vierteEcke aber, welche etwas stumpfer ist, fällt gegen die Mitte der breiteren Seitenfläche, von deren Theilung durch eineKantesich der Anfang zeigt. (Die Tendenz zur vierseitigen Säule, oder, da das andere Ende schmäler zuläuft,und dort die Endfläche kleiner und ganz unregelmäßig ist, zur ungleichseitig vierseitigen Pyramide, ist unverkennbar,und besonders auffallend die Aehnlichkeit und Uebereinstimmung dieses Steines mit dem zuvor beschriebenen, und Figur2. s. b. abgebildeten, ungleich kleineren, nur mit dem Unterschiede, daß dieser gegen das eine Ende ungleich mehr ver-schmälert ist, und daher eine vollkommen konische Gestalt hat.)

Die beyden etwas vertieften Seitenflächen, die in eine gemeinschaftliche, scharfe, etwas verdrückte und wellenför-mig ausgeschweifte Kante (genau so wie an jenem Steine; auch ist sie länger als wenigstens eine der beyden andernSeitenkanten, und bildet an der Grundfläche die vorfpringcndste Ecke) zusammenstoßen, haben nur wenige, und sehrseichte, aber ziemlich große und breit verlaufende, unförmliche Eindrücke, die (ebenso) mehr den Unebenheiten einernatürlichen Bruchfläche, als den gewöhnlichen Eindrücken gleichen, und bilden zum Theil, oder liegen in größeren, stär-keren Vertiefungen, welche von ungleichförmiger, aber gleichzeitiger Loötrennung einzelner Stücke der Masse herzu-rühren scheinen.

Die breitere, convexe Seitenfläche, welche mit jenen Flächen ziemlich scharfe, und hie und da besonders dünne,übrigens sehr verdrückte und ausgeschweifte Kanten bildet, zeigt weit wenigere und noch seichtere Eindrücke von gewöhn-licher Art, so daß sie fast eben erscheint; nur gegen das obere Ende hin ist sie durch beträchtliche Vertiefungen (diewahrscheinlich ebenfalls durch eine ungleichförmige, aber auch mit der Entstehung der ganzen Fläche gleichzeitige Los-trennung einzelner Stücke entstanden seyn mögen) gewisser Maßen verunstaltet.

Die obere Endfläche, welche mit den Seitenflächen sehr undeutliche und unvollkommene Kanten bildet, entsprichtder Beschaffenheit der Oberfläche nach, vollkommen dem obern, verunstalteten Theile der convexen Seitenfläche; die un-tere Endfläche aber (die mit den Seitenflächen ziemlich scharfe, und nur mit der einen sehr schmalen concaven eineplatt und sehr breit gedrückte Kante bildet), hat nur einige sehr seichte Eindrücke, und zeigt in jeder Beziehung eine,obgleich nur wenig bedeutende Abweichung von allen übrigen Flächen.

Die Rinde ist an diesem Steine (so wie an jenem Fig. 2. n. b.) ganz besonders merkwürdig, und zeigt (genauso wie an diesem in jeder Hinsicht) eine sehr wesentliche und auffallende Verschiedenheit nach den verschiedenen Flächen,oder vielmehr nach den Seiten des Steines.

An den beyden concaven Seitenflächen ist sie nähmlich von gleicher, und zwar von der (in Gilbert'ö AnnalenBd. 31, S. 57, sub B. 2. beschriebenen) glatten, nur sehr schwach aderigen Art; sehr dicht, fest und gleichförmig, pech-schwarz und sehr fettig glänzend. Nur hie und da zeigen sich wenig erhabene kleine Adern und Namificationen, dienur selten zusammenhangen, und nur eine Anlage zu blattförmigen Zeichnungen, ohne bestimmte Richtung, bemerkenlassen. Sie bildet weder Nähte noch Säume.