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Zweyte Figur.
Girier der größeren von den bey Stannern gefallenen Steinen, i Pfund 12 Loth wiegend. Vollkommen ganz undum und um mit Rinde bekleidet.
Dieser wurde am 28 - May in Folge der gemachten Aufforderung, die gefallenen Steine aufzusuchen, von einemLandmanne ebenfalls in der Nähe des Marktes Stannern, eigentlich bey dem Dorfe Sorez, noch mehr im Mit-telpuncte des befallenen Flächenraumes, als der vorhin beschriebene (und zwar kaum 1000<> O. S. O. von diesem, undetwa 600^ in gleicher Richtung von der Kirche von Stannern, und beynahe in ganz gleichem Abstände von den bey-den äußersten Fallstellen in N. und S-), aufgefunden. (Situationö - Plan Nr. 35.)
Er stellt eine zwar etwas unvollkommene, aber nur wenig verschobene, ungleichseitig vierseitige Pyramide vor,deren abgeflachte Spitze stark aus dem Mittel gedrückt und auf eine Seite übergebogen ist.
Die Grundfläche, welche ganz flach und beynahe vollkommen eben und platt, ohne alle Eindrücke und Vertiefun-gen ist (ein Fall, der Sey einer Fläche von solcher Ausdehnung höchst selten an einem Steine vorkommt), bildet einetwas verschobene? und ungleichseitiges Viereck, dessen ziemlich, und gewisser Maßen ausgezeichnet gerade laufendescharfe, fast schneidende Kanten, eben so vielen, ziemlich senkrecht aufgesetzten, nach oben verschmälerten und nacheiner Seite hingebogenen Seitenflächen, und dessen Ecken eben so vielen, ziemlich scharfen, aber sehr verdrückten undausgeschweiften Seitenkanten entsprechen. Eine Ecke der Grundfläche ist ziemlich spitzig, und die ihr diagonal gegenüber stehende etwas abgestutzt; eine dritte Ecke ist starker, und die ihr entgegen gesetzte vierte noch mehr abgestutzt,so daß durch letztere die Grundfläche beynahe fünfseitig gemacht wird. Diese Abstumpfungen gehen etwas schief von un-ten nach aufwärts und außen, und bilden Dreyecke, deren Basis auf der Grundfläche ruht, und deren spitzer obererWinkel sich allmählich in die Seitenkante verliert. Solcher Gestalt wird die vierseitige Form der Pyramide durch sienicht verändert, und die Grundfläche zeigt immer noch eine große Ähnlichkeit mit jener der meisten bereits beschriebe-nen Steine, so wie die Form im Ganzen, welche den Grund-Typus deutlich genug ausspricht, mit jener mehrererderselben.
Die obere Endfläche ist nur unvollkommen, und eigentlich die horizontale Fortsetzung einer schief aufsteigendenSeitenfläche.
Zwey an einander gränzende Seitenflächen sind, zumahl die eine, breiter als die andern, und ziemlich stark ge-wölbt; die beyden andern , gegen deren gemeinschaftliche, sehr verdrückte und beynahe ganz verschwundene Kante (wel-cher auch die am stärksten abgestutzte Ecke der Grundfläche entspricht) die abgcflächte Endspitze hingedrückt und über-gebogen ist, sind bedeutend schmäler und etwas vertieft.
Die an diesem Steine auf allen Flächen, außer der ganz ebenen Grundfläche, vorkommenden Eindrücke, sind vonganz eigener Art, wie ich sie an keinem Steine von Stannern (deren ich doch, mit Inbegriff der größer« Bruch-stücke, bey 100 zu Gesicht bekam), noch an irgend einem Meteor-Steine, wieder fand, ausgenommen — obgleichnicht ganz so deutlich ausgesprochen — an der Grundfläche des nächst zu beschreibenden. Sie sind nähmlich verhält-nißmäßig sehr klein, aber tief und grubenartig, nicht so breit wie gewöhnliche Eindrücke und sanft verlaufend, sondernziemlich scharf gerandet, gleichsam kantig, wie von grobkörnigen oder bröckligen Absonderungen entstanden, und gebender Oberfläche, da sie ziemlich häufig sind, ein klein - wellenförmiges Ansehen. Auf den beyden schmälern , concavcnSeitenflächen zeigen sie schon eine Modisicativn; sie sind nähmlich hier größer, aber seichter und mehr breit verlaufend,auch minder zahlreich. Die obere Endfläche stimmt hierin mit den andern Seitenflächen überein.
Auch die Rinde ist an diesem Steine von eigenthümlicher, und der seltenen, strahlig- und netzartig-aderigen Art,aber durchaus, über den ganzen Stein, von einerley Hauptbeschaffenheit, die nur eine Haupt- und eine dieser letzternuntergeordnete Modifieation erkennen läßt (1).
Auf der ebenen Grundfläche ist sie nähmlich ausgezeichnet aus einander laufend strahlig; die ziemlich erhabenen,zarten und scharfen runzclartigen Adern laufen, wenig geschlängelt und fast gar nicht ramificirt, von einem körnig-rauhen'Mittelpuncte — der aber nicht ganz im Mittel der Fläche liegt — strahlenförmig aus einander und gegen die Kanten
(i) Und diese Modificatwnen zeigen eine Uebereinstimmung mit der Beschaffenheit der Oberflache und mit der Richtung, welche dieFlächen im Niederfallen des Steines, kraft dessen individuellen Schwerpunktes, höchst wahrscheinlich gehabt haben möchten,