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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
Entstehung
Seite
38
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Fünfte Figur.

^in Z j- Loth wiegendes Bruchstück eines großen, ursprünglich 4 Pfund schwer gewesenen Steines von Stannern,welcher am Tage der Begebenheit selbst, von dem Oberjager von Jglau, gegen den Ort Teschen zu, am westlichenTheile deö befallenen Flachenraumeö von dessen Mittelpuncte, und zwar am entferntesten Puncte daselbst (etwa 1300°westlich von der Kirche von Stannern, und bey 3400 ° süd-westlich vom äußersten Puncte in N., und bey 4500°nord-westlich vom äußersten Puncte in S., wo die entferntesten Steine gefallen waren) gefunden, aber zerschlagen,und wovon nur die größere Hälfte, von 2 Pfund 12 Loth am Gewichte, am 2g. May an die Untersuchungs« Commis-sion abgegeben wurde. (Situations - Plan Nr. 65-)

ES zeigte diese größere Hälfte deö Steines, außer den frischen Bruchflächen, größten Theils eine sehr rauhe, grob-runzlicht - aderige Rinde von dunkelschwarzer Farbe, und dem gewöhnlichen fettigen Glänze, die aber sehr häufig und be-deutend fleck- und stellenweise abgerieben oder abgesprungen, daö ist, von der obersten schwarzen, glänzenden Schichteentblößt, und hier braun, matt und zart porös war (A- a. i. Gilbert'S Annalen Bd. 31, S. 56 im ausgezeichnet-sten Grade). Da dieses Stück übrigens nichts Auszeichnendes hatte, so ward dasselbe zum Behufe der beabsichtigtenVersuche, und um mehrere Mittheilungen machen zu können, in viele Bruchstücke zerschlagen, wovon nun dieses einesist, welches für die Sammlung zurück behalten wurde.

Es zeigt dasselbe, von der einen convexen Außenseite, die oben beschriebene Rinde im vollkommensten Grade, vonder andern aber eine frische Bruchfläche von der gewöhnlichen Beschaffenheit der Masse dieser Steine; nur mit dem Be-sondern, daß auf derselben, zwar nur gegen den Rand deö Bruches, und folglich gegen die äußere Rinde hin, aberdoch hie und da beynahe einen halben Zoll tief von der Oberfläche einwärts, und zwar an Stellen, wo an dieser vordem Zerbrechen des Steines gar keine Riffe oder Sprünge der Masse zu beobachten waren, ziemlich große Flecke vonRinden - Substanz mitten in oder dermahl vielmehr auf der ganz unveränderten Steinmasse zur Ansicht kommen.

Diese Flecke liegen zum Theil dicht an der Oberfläche, und hängen mit der äußern Rinde wirklich zusammen,als wenn diese hineingeflossen wäre ; einige liegen aber weiter ab, ganz isolirt, und sind von durchaus unveränderterSteinmasse, selbst von eingestreuten, metallisch glänzenden KieS-Bröckeln und Puncten umgeben. Einige derselben sindglänzend schwarz, wie die äußere Rinde, viele matt schwarz, wie die untere Schichte derselben zu seyn pflegt, die mei-sten aber sind mehr oder weniger von der Steinmasse bedeckt, die beym Zerschlagen deö Steines daran fest blieb.

Die Größe und Gestalt dieser Flecke ist sehr verschieden, ihr Umriß ist aber nie rundlich, sondern vielmehr winke-lig und vieleckig; ihr Rand scharf begränzt und wid gebrochen, und ihre Dicke beträgt nicht mehr als die der Außen-rinde. Eingeknotet in die Masse sind diese Flecke keineswegs, denn sie erscheinen nur als dünne Lagen, und verursa-chen, dort wo sie sich finden, eine gleichsam schalige oder schiefrige Absonderung der Steinmasse (i)-

(>) Obgleich ich mich zur Zeit außer Stande fühle, von der Bildung der Rinde an den Meteor-Steinen überhaupt, und insbe-sondere von der Entstehung derselben im Innern der Steinmaffe, sowohl in Gestalt solcher Flecken (in welcher sie jedoch amseltensten, und wohl nie weit von der Oberfläche entfernt vorkommen, und füglich noch der Einwirkung des Rinde bildendenAgens von Außen her zuzuschreiben seyn dürfte), als in Gestalt eingestreuter Puncte (in welcher sie inzwischen nur bey sehrlockeren Meteor-Steinen, z. B. bey jenen von Chaffigny (Langres ) deutlich, weniger bey den Steinen von Stannern, undbey beyden selbst höchst problematisch (ob nicht Chrom - Eisen oder Eisen - Oxyd ?), bey Meteor-Steinen von festem Cohäsions-Zustande und dichtem Gefüge meinen Untersuchungen nach, selbst nicht als Spur erscheint)., als vollends in Form von Adern,Gängen, Schichten und Lagen (deren Substanz man für einerley mit jener der Rinde zu halten geneigt scheint, und von wel-cher bey Erklärung der nächsten Tafel die Rede seyn wird), eine befriedigende Erklärung zu geben; so muß ich doch sreymüthiggestehen, daß ich der Ansicht meines Freundes Chladni, von der Bildung der Rinde überhaupt, und dieser im Innern (inso ferne ihr Vorkommen darin wirklich Statt findet) insbesondere, durchaus nicht beystimmen kann. Die Gegenwart des Schwe-fels (dessen Anwesenheit in der Steinmasse, wenigstens in gebundenem Zustande, übrigens nicht in Abrede gestellt werdenkann), den Hr. Chladni als das Haupt-Material betrachtet, aus welchem die Rinde gebildet wurde, gibt sich in derselbenauf keine Weise zu erkennen; weder durch die chemische Analyse, noch durch eine leichte Schmelzbarkeit (die im Gegentheilesehr schwer ist, da sie wenigstens 6 bis g°W edgwd. Hitze fordert, und die wohl, wenn man den Rindebildungs-Prozeß durchHitze geschehen lassen wollte, sehr gegen die, obgleich nur durch ein paar Fälle, in Anregung gebrachte Abfärbung der Steine,streiten möchte), weder durch den Geruch bey Erhitzung, noch durch den geringsten Grad von Wirkung auf das Elektrometer,wenn gerieben oder erwärmt; so wie andererseits die Mannigfaltigkeit der Rinde bey verschiedenen Meteor-Steinen, und dieoffenbare Abhängigkeit derselben von den Gemeng - und Bestandtheilen der Steinmaffe, gegen ein solches allgemeines Haupt-Material streitet. Die Gleichförmigkeit der Rinde, zumahl hinsichtlich der Dicke, auf sonst gleichartigen, wenn gleich sich