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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen / Carl von Schreibers
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Massen, scheint aber, wenn gleich oft sehr undeutlich ausgesprochen, nie ganz zu fehlen (i); dagegen scheint erbisweilen, obgleich nur höchst selten, entweder ganz innig mit der Grundmasse gemengt zu seyn, oder dieselbe beynaheganz zu vertreten, und ausschließlich ganze einzelne Steine eines und desselben Meteors, und selbst ganze Meteor-Mas-sen zu bilden (2). »

Selten sind diese Massen bedeutend groß, und eben so selten ganz unförmlich oder vieleckig gestaltet; gewöhnlich,zumahl bey höheren Graden von Dichtheit und bedeutender Intensität von Farbe, sind sie nur klein, höchstens von ei-nigen Linien im größten Durchmesser, und dann meistens ziemlich spitzeckig und scharfkantig, ungleichseitig dreyeckig,rhvmbvidal und trapezoidal, oder scharf gerandct und oval, oder mehr oder weniger zugerundet; am häufigsten aber undzwar, obgleich gerade nicht immer im Verhältnisse mit der Dichtheit und Farbe, doch stets bey den höchsten Graden der-selben , und vorzugsweise bey den grünen Farben - Tinten, sehr und selbst äußerst klein, und vollkommen zirkelrund.

Im letzteren Falle, zumahl wenn der Cvhäsionö - Zustand der Grundmasse an und für sich nicht sehr bedeutend ist,ist der Aggregats -Zustand zwischen diesem Gcmengtheil und jener so locker, daß diese Massen, um so mehr, wenn sievollkommen kugelicht sind, beym Zerbrechen oder Zerschlagen des Steines (wo sie sonst, bey minder vollkommener Aus-scheidung und sesterm Zusammenhalte der Steinmasse, mitbrechen oder halbkugelicht über die Bruchfläche vorragend,sitzen bleiben) theils von selbst aus der Grundmasse herausfallen, theils mit leichter Mühe aus derselben heraus gebrochenwerden können, und dann, ihrem Volum und ihrer Form entsprechende Gruben (runde Zellen, wie der Olivin imsibirischen Eisen), deren Boden und Wände verdichtet, und gleichsam abgeglättet sind, und wahren Absondcrungöstel-len gleichen, zurück lassen, so daß es wirklich das Ansehen hat, als wären diese Kugeln in die übrige Masse cingekne-tet worden (3). Die Kugeln selbst sind in diesem Zustande meistens vollkommen sphärisch, und haben eine mehr oderweniger dunkle, grünlich oder bräunlich - graue Farbe, einen schwachen, etwas fettigen, meistens nur schimmerndenGlanz, und eine sehr glatte Oberfläche, indeß sie sonst, auf niederer Stufe von Ausbildung und Ausscheidung, wennsie auch aus der Grundmasse hervorragen, mehr uneben und gleich dieser gefärbt, ganz matt und rauh sind, indem sievon Masseutheilchen derselben, die innig mit ihrer Oberfläche zusammen hangen, bedeckt erscheinen. Nach den verschie-denen , sehr mannigfaltigen und sehr abweichenden Graden von Dichtheit und Festigkeit, sind die Massen dieses Ge-mengtheiles, mehr oder weniger, leicht zersprengbar, aber nie zerreiblich, im Gegentheile nicht selten ziemlich schwerzersprengbar, und in dem Maße, als dieselben dadurch und durch die übrigen Eigenschaften von der Beschaffenheit derGrundmasse sich unterscheiden, und vollkommen ausgeschieden erscheinen, zeigt sich der Bruch, der im unvollkom-mensten Zustande noch rauh und erdig, doch immer dichter ist als jener der Grundmasse, immer feiner, dichter, ebener,

(1) So finden sich z. B. in der lockern, leichr zerreiblichen Meteor-Masse von Alais rundllchte Körner von beträchtlicher Dichtheit

und Härte eingemengt.

( 2 ) Wie dieß bey den merkwürdigen steinen von Erleben und Chassigny der Fall ist, die sich eben dadurch von allen bisher be-

kannten Meteor-Stein--" l» sehr unterscheiden, daß außer den zart eingesprengten Metalltheilchen in dem einen, ersteren,auch gar keine Aeb""chkeit mit irgend einem andern bekannten Meteor-Steine nachzuweisen wäre, wenn nicht doch hie undda i» einem oder dem andern die ausgezeichnete Masse jener Steine, aus der ihr Ganzes besteht, wenigstens als einzelner Ge-mengtheil erschiene. Und so auffallend demnach, sowohl nach den Resultaten der von mir neuerlichst vorgenommenen mikros-kopischen Untersuchung der Masseutheilchen, als noch mehr nach jenen der chemischen Analyse der Steinmasse beyder (nachKlaproth und Stromeyer von dem einen , nach V auqu eli n vom andern) einerseits die Ähnlichkeit im Wesentlichen derBeschaffenheit und des Gehaltes mit allen übrigen Meteor-Steinen ist; noch um so mehr auffallend ist wohl andererseits nachdenselben die ganz besondere Uebereinstimmung hierin gerade zwischen diesen beyden Steinen, da sie doch unter sich,ach al-len äußern und physischen Merkmahlen (das specifische Gewicht allein ausgenommen, welches bey beyden ziemlich gleich ist,^3,boo nach Klaproth bey jenem von Erheben, und ^:3,55o nach eigener Wiegung, bey jenem von Chassigny, obgleichdieser keine Spur weder von Gediegeneisen, noch von KieS oder Schwefeleisen zeigt, die beyde in jenem häufig vorhandensind), beynahe noch mehr als von allen andern Meteor-Steinen abweichen. (Inzwischen gerade nicht mehr als ihre beyder-seitige Masse zu thun pflegt, wenn sie als isolirter Gcmengtheil, einzeln oder vereint, in einem andern Meteor-Steine vor-kommt.)

(3) Ich kann nicht umhin, hierauf eine ganz ähnliche Bildung und Absonderung, gleichzeitig entstandener und gleichartiger, oderdoch nur wenig veränderter Massen terrestrischer Fossilien hinzuweisen, nähmlich auf jene, in dieser Beziehung höchst merk-würdigen, kugelichten Basalte, Thon-und Klingstein-Porphyre, welche, zumahl letztere, im Innern ihrer Grundmaffeähnliche, oft vollkommen sphärische Kugeln, von 4 bis 5 Zoll im Durchmesser, von vollkommen homogener Natur, nur et-was in der Farbe verändert, und von größerer Dichtheit und Feinheit im Korne als die Hauptmasse, eben so fest eingeschlossen,oder mehr oder weniger scharf abgesondert, und nicht selten eben so vollkommen ausgeschieden und lose, mit geglätteter Ober-fläche und verdichteten Wänden der Gruben, eingeschlossen enthalte».

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